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Rumänien:Tanz mit den Vampiren?

EPILOG

Dracula ist ein 1897 veröffentlichter Roman des irischen Schriftstellers Bram Stoker. Die zentrale Figur, Graf Dracula, ist der wohl berühmteste Vampir der Literaturgeschichte. Ist das nicht mal ein Grund nach Rumänien zu reisen? Wir wollen uns die berühmte Törzburg (Bran) des Grafen anschauen. Keine Angst, aus dem Film TANZ DER VAMPIRE haben wir gelernt, Knoblauch soll ein verlässliches Mittel gegen diese Blutsauger sein. Obwohl, auf unserer Reise nach Albanien wurden wir von Blutsaugern zur Ader gelassen, trotz hohen Knoblauchanteils im Blut. Wir schauen mal und überwachen unsere Eckzähne. Es gibt noch einen zweiten Grund dieses Land zu besuchen, die Schwaben hatten mal eine gute Idee, nein, nicht Stuttgart 21. Da das Land durch die Türkenkriege um 1716 nahezu entvölkert war, schickte man Schwaben in die Transilvanische Senke, Bauern und Handwerker folgten dem Ruf. Wir werden sehen, ob dort ihre Bauvorhaben erfolgreich beendet wurden. Zeit hatten sie ja genug!

14.05.Tanz mit den Vampiren?/Pilsen

Tag 1  14.05.2026  Pilsen

Los geht’s, die  Reise beginnt in Richtung Pilsen, Tschechien. Warum über Tschechien? Ganz einfach, letztes Jahr hatten wir  Stauhorror vor Österreich und in Österreich, heute machen wir es schlauer. Wir fahren über Tschechien, Slowakei und Ungarn. Die Mautgebühren für die Länder habe ich schon über das Internet gebucht. Wir hatten einen guten Start, die Katzen versorgt, die Tomaten eingepflanzt und warmes Wetter bestellt, sie müssen halt noch die Eisheiligen überstehen. Schlüssel drehen, winke, winke zu Ursel und los geht’s. Hurra, Diesel unter 2€, die Stimmung steigt. Doch da geht bei Luigi ein kleines Störungslicht an. Meine Urlaubsstimmung sinkt auf Null. Ina bleibt entspannt und beruhigt mich. 

Zum ersten Mal seit Jahren setze ich den ADAC Joker! Der gelbe Engel trifft nach langer Flugzeit bei uns ein und löscht wortreich das Störungsgedächtnis Luigis. Die Stimmung steigt, Pils(en), wir kommen.

Später als gedacht erreichen wir den Brauerei Stellplatz. Wir streichen den Stadtbesuch und setzen uns  auf die Terrasse der Brauereigaststätte. Das Bier und Gulasch verursachen die nötige Bettschwere. Morgen fahren wir nach Bratislava, Slowakei.

Einen Bouleplatz gibt es hier auch

15.05. Tanz mit den Vampiren?/Bratislava

Tag 2  15.05.2016  Bratislava

Wir überfahren die nächste Landesgrenze und nähern uns Bratislava / Slowakei.

Der in die Tage gekommene Campingplatz strahlt den Charme vergangener Ostblocktage aus. Es gibt einen Schrankenwärter, er überwacht unsere Einfahrt.

Der Bus ist abgestellt, wir machen uns auf zum Besuch der Stadt. Direkt vor der Campingplatz-Einfahrt gibt es eine Haltestelle der Straßenbahn Nummer 4. Wir lösen einen Fahrschein für 1,80 €. Die gut erhaltene Altstadt macht einen gemütlichen Eindruck. Wir schlendern mit vielen anderen Besuchern über das Kopfsteinpflaster der altertümlichen Straßen. Im Le Papillon bestellen wir uns eine Bowl, meine ist mit Kimchi-Garnelen garniert, sehr lecker. Bald haben wir genug von der Stadt und die Straßenbahn bringt uns zurück zum Campingplatz. Morgen geht’s weiter nach Budapest.

16.05. Tanz mit den Vampiren?/Budapest

Tag 3  16.05.2026  Budapest

Die Autobahn ist dank EU-Geldern im besten Zustand und bringt uns schnell in die Stadt. Wir haben uns den Stadt Campingplatz Haller ausgesucht zum stolzen  Preis von 50€ pro Nacht! Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir über die Preise staunen, ist halt ne Großstadt. Einen Pluspunkt bekommt Budapest bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, die sind nämlich für über 65 Jährige kostenlos.

Der Regen hat uns eingeholt und wird uns begleiten. Budapest ist in allem größer als Bratislava, die Bauwerke haben gigantische Ausmaße. Wir kürzen den ersten Besuch der Stadt ab. Ein Abendessen bei einem Griechen, sorry, und wir fahren gebührenfrei zu unserem Campingplatz zurück.

17.05. Tanz mit den Vampiren?/Budapest II

Tag 4  17.05.2026

Regen klopft aufs Dach. Egal, wir müssen raus, die Stadt wartet. Trotz Dauerberieselung von oben sind die Straßen gefüllt mit Besuchern. Unser erstes Ziel ist die Markthalle der Stadt, auch sie ein Bauwerk von gigantischen Ausmaßen, wir sind beeindruckt.

Unser nächstes Ziel, der Stephansdom, steht bei vielen auf der Liste, lange Schlangen stehen am Ticketschalter an. Da steh ich überhaupt nicht drauf.

Ich guck auf die Eintrittspreise: 16 € für ne Kirche, das ist uns zu teuer. Wir steuern die nächste Schlange an, das ist die vor der Synagoge.

Hier wollen die 30 €, ich glaub ich falle vom Glauben ab, sieht auch von außen schön aus, abgehakt. Wir nehmen die Seilbahn zum Schlossberg für 15 € pro Person rauf und runter, mir tränen die Augen. Für diesen Bereich bekommen wir extra viel Regen ins Gesicht geblasen. Super. Wir machen nur einen kurzen Rundgang im Wind und flüchten runter nach Pest. Bei diesem Wetter hilft nur eine heiße Suppe, am besten eine Pho Ga, und ein Ingwertee ist hervorragend gegen das Kratzen im Hals. Wie zum Hohn hört es auf der Heimfahrt zum Campingplatz auf zu regnen. Morgen geht’s endlich nach Rumänien.

18.05. Tanz mit den Vampiren?/Green Resort Șuncuiuș

Tag 5  19.5.2026  Rumänien

Die EU-Gelder für die Straße Richtung Rumänien sind wohl in den Taschen der Orban-Sippe verschwunden. Luigi macht den Rütteltest, die Sahne ist geschlagen und wir erreichen die Grenze. Bei Oradea suchen wir den nächsten Supermarkt. Ich traue meinen Augen nicht, ein Carrefour in riesigen Ausmaßen, sind wir wirklich in Rumänien? 

Die EU Gelder sind hier sicher sinnvoller angelegt, der Straßenzustand bessert sich deutlich.

Mit dem Campingplatz „Greenresort „ machen wir einen Glücksgriff, einsam gelegen in einer wunderschönen Landschaft. Wir beschließen den Tag mit einem sehr guten rumänischen Essen. Morgen wird gewandert.

19.05.Rumänien:Tanz mit den Vampiren?/Șuncuiuș 

Tag 6  20.05.2026  Greenresort/Șuncuiuș 

Wir machen die Tür auf und sehen einen strahlend blauen Himmel.

Neben dem Campingplatz verläuft eine ehemalige Bahntrasse, auf dieser fährt lange kein Zug mehr, sondern er bietet dem Wanderer einen besonders steinigen Weg. Er führt uns durch einen heute nutzlosen Eisenbahntunnel zu einer kleinen Höhle.

Da wir die einzigen Besucher sind, dürfen wir sie nach dem Entrichten von 40 Lei alleine betreten. Ganz nett, aber mit den Höhlen Frankreichs kann sie bei Weitem nicht mithalten. Wieder am Tageslicht geht es die steile Böschung hinunter zum Wasserfall (oder Fällchen)?

Wir wandern noch ein bisschen die „Schnelle Kreisch“ entlang.

Morgen fahren wir nach Turda.

20.05.2026Tanz mit den Vampiren/ Turda Saline


Der Himmel ist blau, Luigi nagelt leise vor sich hin. Heute werden wir eine ehemalige Saline in Turda besuchen.  Die Landstraße ist allen Unkenrufen zum Trotz in besten Zustand. Nach 20 km mündet die Landstraße auf eine Nationalstraße, schnell noch vor dem nächsten LKW einfahren, wer will schon so einer lahmen Kiste hinterher bummeln. Falsch gedacht, schon nach wenigen Kilometern klebt der LKW  an Luigi und schiebt uns in die nächste Ortschaft, das erinnert mich an den Film von Stephen King. „Das Duell“ Immer entspannt bleiben, schön 50 km/h fahren. Man will ja kein Knöllchen, Kinder und alte Menschen sollen überleben. Die rumänischen LKW-Fahrer sehen das leider anders, wer keine 80 km fährt, verliert! Der Plagegeist hinter mir verliert die Geduld und überholt laut hupend. Es sollte nicht der einzige bleiben! Das halte ich nicht lange durch. Ich passe meine Geschwindigkeit an. Versuchs mal mit 60…besser 70, am Ende sind es dann die 80 km/h. Also Kinder, schön aufpassen!

Wir erreichen den Campingplatz in Turda. Wir lernen, die Campingplätze in Rumänien sind einfach Wiesen mit einer oder zwei Toiletten und genau so vielen Duschen. Keiner empfängt uns, nur ein einsamer Wohnwagen steht auf der Rasenfläche. Wir packen den Roller von der Ladefläche und machen uns auf den Weg zur Saline. Der Eintritt kostet 80 Lei, für Rentner nur 50 Lei, super, so geht man mit älteren Menschen um.

Über eine Treppe tauchen wir ein in die Unterwelt der Saline. Ein nicht endender Stollen empfängt uns. Mit Glück finden wir den richtigen Quergang zur Hauptattraktion. Kindergeschrei weist uns den Weg. Wir betreten einen Balkon, ein unfassbar großes Gewölbe öffnet sich vor uns!

Zehn Stockwerke tiefer haben die kreativen Rumänen ein komplettes Freizeitcenter ins Bergwerk gezaubert. Wir nehmen den Fahrstuhl, nicht die Treppen.

WOW!. Ein Riesenrad, ein kleiner See mit Ruderbooten und ein Kinderspielplatz haben in der riesigen Halle Platz gefunden.

Viel gereist, viel gesehen, aber das hier sprengt alle Grenzen! Wir sind sehr beeindruckt! Die Treppengeländer sind mit Salzkrusten überzogen, das sieht aus, als wäre gerade ein Schneesturm durchgezogen.

21.05.2026 TANZ MIT DEN VAMPIREN/ TURDA Schlucht

Turda bietet noch mehr, bevor wir abreisen  wollen wir noch die Tour der Schlucht erwandern. Die Parkplatzwächterin zockt uns gleich mal ab und kassiert 50 Lei Parkgebühr.

Der Besuch der Schlucht ist aber kostenfrei. Dafür handelt es sich offenbar um einen Schüler Highway.

Unzählige Schulklassen kommen uns auf dem schmalen Weg entgegen. Anfangs war der Weg noch langweilig, aber als die hohen Felswände näher zusammenrücken, wird es ganz anspruchsvoll!

Nach dem Spaziergang gibt es Langos, eine Art frittierte Pizza. Pünktlich zur Abfahrt beginnt es zu regnen. In der Nähe von Sibiu fahren wir auf den Camping Ananas in dem Dorf mit den schönen Namen Michelsberg. Wir gehen essen in das „Kamin“ und treffen dort ein paar nette Mitcamper.

22.05.2026 TANZ MIT DEN VAMPIREN/Sibiu und UBER

Es regnet Bindfäden, mit dem Roller fahren wir nicht. Als nasse Handtücher wollen wir nicht enden. Die Alternative mit dem öffentlichen Verkehrsmittel ist uns zu kompliziert, der Bus fährt erst in zwei Stunden und wir müssten auch noch umsteigen. Gesamtfahrzeit: anderthalb Stunden. Der nette Mensch an der Rezeption bietet uns ein Uber Taxi an. Das würde uns acht Euro kosten, passt. Die Uber App will ich auch. Mit dem Installieren der App verkürzt sich die Wartezeit. Unser Fahrer zeigt sich interessiert an seinen Gästen und wir haben eine unterhaltsame Fahrt. Der Regen hat Einsicht, es zeigen sich blaue Wolkenlücken. Wir schlendern durch Sibiu und bewundern die gut erhaltene Oberstadt. Die Rückfahrt gestaltet sich dank Uber entspannt, für drei Euro bringt es uns zur  „Ananas“.Der Fahrpreis macht uns fast ein schlechtes Gewissen. Müde und hungrig gehts in den „Kamin“, leider war das Essen an diesem Abend nicht so überzeugend. Weiter auf older!