
Der Himmel ist blau, Luigi nagelt leise vor sich hin. Heute werden wir eine ehemalige Saline in Turda besuchen. Die Landstraße ist allen Unkenrufen zum Trotz in besten Zustand. Nach 20 km mündet die Landstraße auf eine Nationalstraße, schnell noch vor dem nächsten LKW einfahren, wer will schon so einer lahmen Kiste hinterher bummeln. Falsch gedacht, schon nach wenigen Kilometern klebt der LKW an Luigi und schiebt uns in die nächste Ortschaft, das erinnert mich an den Film von Stephen King. „Das Duell“ Immer entspannt bleiben, schön 50 km/h fahren. Man will ja kein Knöllchen, Kinder und alte Menschen sollen überleben. Die rumänischen LKW-Fahrer sehen das leider anders, wer keine 80 km fährt, verliert! Der Plagegeist hinter mir verliert die Geduld und überholt laut hupend. Es sollte nicht der einzige bleiben! Das halte ich nicht lange durch. Ich passe meine Geschwindigkeit an. Versuchs mal mit 60…besser 70, am Ende sind es dann die 80 km/h. Also Kinder, schön aufpassen!

Wir erreichen den Campingplatz in Turda. Wir lernen, die Campingplätze in Rumänien sind einfach Wiesen mit einer oder zwei Toiletten und genau so vielen Duschen. Keiner empfängt uns, nur ein einsamer Wohnwagen steht auf der Rasenfläche. Wir packen den Roller von der Ladefläche und machen uns auf den Weg zur Saline. Der Eintritt kostet 80 Lei, für Rentner nur 50 Lei, super, so geht man mit älteren Menschen um.


Über eine Treppe tauchen wir ein in die Unterwelt der Saline. Ein nicht endender Stollen empfängt uns. Mit Glück finden wir den richtigen Quergang zur Hauptattraktion. Kindergeschrei weist uns den Weg. Wir betreten einen Balkon, ein unfassbar großes Gewölbe öffnet sich vor uns!
Zehn Stockwerke tiefer haben die kreativen Rumänen ein komplettes Freizeitcenter ins Bergwerk gezaubert. Wir nehmen den Fahrstuhl, nicht die Treppen.
WOW!. Ein Riesenrad, ein kleiner See mit Ruderbooten und ein Kinderspielplatz haben in der riesigen Halle Platz gefunden.


Viel gereist, viel gesehen, aber das hier sprengt alle Grenzen! Wir sind sehr beeindruckt! Die Treppengeländer sind mit Salzkrusten überzogen, das sieht aus, als wäre gerade ein Schneesturm durchgezogen.

