Category Archives: Albanien 2025

Albanien/ Mit Luigi durch das Land der Skipetaren Juni 2025

Die Älteren unter euch erinnern sich vielleicht noch an die durchwachten Nächte, in denen wir uns mit der Taschenlampe unter der Bettdecke durch die Abenteuer unserer Jugendhelden gelesen haben. Winnetou, Old Shatterhand und Kara ben Nemsi raubten uns den Atem und Schlaf. Der Autor Karl May hat nie auch nur ein Land seiner Helden betreten, wir werden es für ihn tun! Albanien ist das Ziel unserer diesjährigen Reise und Euch nehmen wir mit.

Mittwoch: Stausurfen 1

 Luigi ist startbereit, ausgestattet mit neuem Wasserhahn und Parksensoren für den Lastenträger ( zwei teure Rücklichter sind genug) ist er bestens gerüstet. Wir auch, nach einem anstrengenden Boulewochende haben zwei Nächte ausgereicht  um unsere Tanks zu füllen.

 Der ADAC warnt vor hohem Verkehrsaufkommen, pah, da sollen die anderen stehen, Luigi, ganz Italiener, wird überall durchschlüpfen! Zehn Stunden später sind wir eine Erfahrung reicher, auch für Luigi ist ein Stau ein Stau. Wir nähern uns im Schritttempo unserem ersten Etappenziel Golling.

War zwar anders geplant, egal, wir haben den gleichen Campingplatz erreicht, der uns vor drei Jahren beherbergt hat. Regenschirm raus, das Gasthaus Goldene Traube stillt Hunger und Durst. Der Regen trommelt uns in den verdienten Schlaf.

Donnerstag: Stausurfen 2

Na sowas, nach anfänglich ruhigen Verkehr hat uns zu High Noon der Stau eingeholt. In sanften Wellenbewegungen gleiten wir unserem nächsten Ziel entgegen.

Bibinje liegt in der Nähe von Zadar, deutlich kleiner und ruhiger. Auf einem Mini Campingplatz finden wir ein Plätzchen. (30€) Wir bewegen uns mit knurrendem Magen in Richtung Dorfkern und finden am Minihafen das Ribar Jere, mit Blick auf den Sonnenuntergang gibt es ein leckeres Essen. Noch ein paar Zeilen lesen, dann Kräfte sammeln für die nächste Etappe, hoffentlich ohne Stau. Kaum ist das Licht aus, umsirren uns ungebetene Gäste: Schnaken! Also Licht an und jagen. Die Erste fällt sofort, mit schneller Hand arbeite ich sie in die Wandoberfläche. Das wars, Licht aus. Ssssiiirrr, Ssssiiirrr, Ssssiiirrr, da haben wohl welche überlebt. Licht an, selbst die scharfsichtige Ina sieht keine. Also Licht aus, Ssssiiirrr, Ssssiiirrr, Ssssiiirrr, Licht an, keine zu sehen. Das müssen Tarnkappenmücken sein, nur die erste hatte einen Defekt. Ich gebe auf, nehmt mein Blut, trinkt euch satt und lasst uns schlafen gehen.

Freitag:

Drei Grenzen und ein Polizist

Der Tag beginnt sonnig und staufrei, super. Heute werden wir drei Grenzen überschreiten, die schönen Landschaften genießen und entspannt in Shkodra eintreffen so der Plan….Der erste Grenzübertritt nach Bosnien-Herzegowina war problemlos, die Straßen nicht. Eine mit Schlaglöchern übersäte Piste führt uns in Richtung Montenegro. Wir schlängeln uns durch enge Dörfchen, immer die 40 km/h beachtend. Nach dem Ortsausgang aufs Gas mit 60 km/h zum nächsten Dorf. Manchmal krampft meine Wade und ich fahre ein bisschen schneller. Das rächt sich umgehend, eine kleine Kelle winkt uns an den Straßenrand, What the fuck, wollen die ein Autogramm von den Held*innen (gegendert) der Straße? Nee, die wollen Euros, ein kleiner, kugelrunder Polizist kommt lächelnd ans Seitenfenster, Führerschein bitte, immerhin sagt er noch „bitte“. Die Behauptung, ich wäre 75 km/h statt 40 km/h gefahren endet in einer Zahlungsaufforderung, 50€ soll ich löhnen! Luigi und zu schnell, das kann doch gar nicht sein! Ich und Ina deuten einen Tränenausbruch an, das erweicht das korrupte Polizistenherz, neue Forderung 25€, zähneknirschend überreiche ich einen 50€ Schein bye bye Money. Noch immer lächelnd zieht er ein Bündel Euroscheine hervor und gibt uns das Wechselgeld. Strafzettel, Quittung? nein, ein Schelm der Böses dabei denkt. Freudestrahlend verabschiedet er sich mit “give me five“. Zur Strafe für uns verschlechtert sich die Straße nochmals.

Wir sehen aber, dass mit chinesischer Hilfe an einer Verbesserung gearbeitet wird (siehe Video, die Fahnen).

Grenze 2: Ein freundlicher, deutsch sprechender Grenzer (3 Jahre Frankfurt)  empfängt uns in Montenegro. Auch die Straßen sind in bestem Zustand und lassen unsere Durchschnittsgeschwindikeit auf 70 km/h steigen, bis uns einmal kleines schwarzes Auto auf schmaler Strecke viele Kilometer auf Benzin sparende 50km/h ausbremst. Die Schafe tun ein übriges.

 

So wird es halt wieder eine 10 Stunden Fahrt. 

Grenze 3:

 Albanien, Shkodra, endlich am Ziel, noch mal schnell im Internet nachschauen, wo war jetzt der Camping? Die im Vorfeld erworbene eSim hat sich noch nicht aktiviert, nix Internet. Ich recherchiere mit teurem deutschen Provider und …. vor unserer Nase ist die Zufahrt zum Platz. Hoffentlich hat es geöffnet…..falscher Ansatz, durch die äußerst niederen Preise ist Albanien scheinbar das El Dorado der deutschen Rentner geworden. Der Platz ist wohl gefüllt mit Wohnmobilen, ein weiteres Rentnermobil? kein Problem, wir füllen eine kleine Lücke zwischen den anderen.

Der Rasen wird hier noch von Hand gemäht, wie schön, schont uns und Umwelt

Die Albanische Meze am Seeufer ein Gedicht. Gute mückenfreie Nacht.

 

Samstag:  Shkodra Ruhetag

Nach dem Frühstück holen wir den Roller vom Bock und fahren zur Burg Rozafa. Ist halt eine Burgruine wie viele andere, steht auf einem Hügel, schöne Aussicht. Einzige Besonderheit: spiegelglatter Zugang, mit diesen glattgelaufenen Steinen sollten wohl die Angreifer ins Straucheln kommen. 

Die City bietet dem neugierigen Besucher nicht allzu viel. Soll uns recht sein.

Das Eis ist kein Highlight, also zurück auf den inzwischen vollen Shkodra Lake Ressort. Für die nächsten zwei Tage buchen wir eine Tour nach Valbona, mit der Fähre über den Komanstausee. 

Sonntag Komansee

Der Bus holt uns um 6.00 h ab. Das heißt aufstehen um 5.15 h, wer will das schon im Urlaub. Wir sind die ersten Fahrgäste, super, wir können uns den Platz aussuchen, leider  zu früh gefreut. Der Fahrer sammelt die anderen Fahrgäste in ganz Shkodra City ein und die haben es nicht so mit der deutschen Pünktlichkeit. Eine Stunde gurken wir durch die Stadt. Dann geht es endlich los. Über schmale Sträßchen fliegen wir dem Ziel entgegen. Schnell wird aus dem Fliegen ein Gleiten, bald ein Schleichen, deshalb die angekündigte lange Fahrzeit. Nach dem Überwinden der Schotterpiste gehts rein in einen dunklen, einspurigen Tunnel, darin quetschen sich Motorräder, Autos, Wohnmobile in Richtung Anlegestelle.

Anlegestelle ist wohl nicht das richtige Wort, eher holprige Rampe, über die die Fahrzeuge gelotst werden. Wie in einer Ölsardine sind die Fahrzeuge aneinander gepresst. Wir werden auch gepresst, als letzte Zusteiger gibt es keinen Sitzplatz mehr. Doch da gibt es noch einen, zwischen einer Gruppe  deutscher Mitfahrer. Nee da ist kein Platz mehr wird frech gelogen, es käme noch jemand. Doch da kommt niemand. Mein Blutdruck steigt und ich versuche eine Einigung. Kein Einsehen ihrerseits. Ich beschimpfe sie ein bisschen als Badetuchtouristen (das sind die, die morgens um 6.00h die Liegen am Pool belegen). Ina sagt: cool down und setzt sich auf die Treppe. Ich werfe die Leutchen in meinen gedanklichen Mülleimer und genieße die Fahrt über den See.

Ein paar böse Blicke gönne ich mir noch beim Aussteigen. Ein Buss bringt uns kurvenreich nach Valbona, ein malerisches Tal mit Alpencharakter.

Unser Gasthaus ist recht neu gebaut. Ein paar Kleinigkeiten fehlen noch zur Perfektion, aber die Aussicht aus unserem Dachzimmer ist umwerfend schön.

Unsere Gastgeber, eher kleingewachsen, dunkler Teint, lässt vermuten, die kommen nicht von hier! Richtig geraten, es sind Volonteers aus Kolumbien, die machen ein weltweites Praktikum. Wir brauchen Bewegung, Kommod bietet uns eine kleine Wanderung an, das machen wir. Danach bissen die Füße hoch.

Das Dinner war eher enttäuschend, ein undefinierbares Stück Fleisch mit handgeschnitzten Pommes, man kann nicht alles haben. Noch dazu ein muffiges Franzosenpaar, das kein Interesse an einem Austausch der erlebten Abenteuer hatte. Also früh ins bequeme Gästebett.

Montag: Rückreise nach Shkodra

Wir werden heute zu einer humanen Zeit abgeholt: 10.30h

Zeit für ein enttäuschendes Frühstück (Pauschal halt) und einen kleinen Spaziergang. In einem Waldstück entdecken wir die seltenen Waldpferde. Sie stehen gut getarnt hinter Bäumen, wieviel könnt ihr sehen?

Die Fähre ist heute überschaubar gefüllt, wir sind die ersten auf dem Schiff und besetzen die oberste Plattform.

Die Rückfahrt auch schön, man hat halt alles schon gesehen.

Die Sitzplätze im Shuttle sind bis auf die hinteren besetzt, die nehmen wir halt, schwerer Fehler. Wir hüpfen auf unseren Sitzen wie Rodeoreiter auf und nieder. Schön wars trotzdem. Morgen wechseln wir den Platz und nächtigen an einer Lagune.

 

 

Mit Luigi durch das Land der Skipetaren Juni 2025 Teil II

Dienstag: Glasbruch und Hippiecamping

Wir packen zusammen, unser nächstes Ziel ein Stellplatz in der Lagune Patukut. Dann der Schock, Luigi hat einen Sprung in der Schüssel, besser gesagt in der Frontscheibe! So ein Sch…. , was tun? Erst einmal ignorieren und so tun als wäre es nur ein Spinnengeflecht? Das tun wir, auf zu den Hippies ! Schon nach wenigen Kilometern sehen wir, die Spinne ist fleißig. Der Riss wird immer größer. Also jetzt ist Handeln angesagt, die Spinne muss weg. Das Internet hilft, in Shkodra gibt es eine Carglass Werkstatt.

Wir ziehen eine Schleife und fahren zurück. Die Götter helfen uns, die haben tatsächlich eine passende Ersatzscheibe und ersparen uns eine weitere Nacht in Shkodra. Im Rekordtempo wird der Scheibenwechsel durchgeführt, nach einer Stunde ist die „Neue“ drin. Luigi ist wieder einsatzbereit. Einen Komfortgewinn bietet sie auch, der obere Bereich ist abgedunkelt, sehr schick. Die Firma AGI Glass hat unsere Weiterreise nett und kompetent gerettet, Danke. Ach ja, die Kosten: die Scheibe mit Einbau 25000 Lek, die Versicherung freut’s.

Google navigiert uns über unzählige mit Schlaglöchern übersäte Seitenstraßen zum Camp. Google hat sich bei uns unbeliebt gemacht und das nicht zum ersten Mal, ich verfluche diese blöde App! (Ob sich das nicht rächt!) Unsere Erwartungen werden noch einmal übertroffen, es ist mehr als rustikal.

default

Aber wir sind nicht die Einzigen auf der Lagune und wir stellen fest, alle, die bleiben, sind sehr nett und entspannt. Der Strom kommt aus einer Kabeltrommel, mehrfach verteilt.

Am Abend gibt es eine erneute Wiedervereinigung 2.0 mit einem Pärchen aus dem Erzgebirge.  Viele Geschichten aus Ost und West. Kleine Ostgeschichte: Nach einem Ungarnurlaub wurde ihnen das Auto zerlegt, die schizophrenen Grenzer suchten WESTZEITUNGEN! in der Türverkleidung! Infos aus erster Hand, da reicht ein Abend nicht.Die „Jungen“ auf dem Platz finden ihre Betten nicht, also feiern sie bis in die Puppen. Wir bleiben entspannt, das haben wir früher auch so gemacht.

Wir bleiben hier zwei Nächte

 

Mittwoch: Auszeit auf der Lagune

Heute gehen wir es ruhig an. Langes Frühstück, bisschen spazieren gehen und die Drohne darf ein paar Runden drehen.

Wir kommen an riesigen Restaurantpalästen vorbei, wer braucht das hier am Ende der Welt ? Spontan fällt uns Geldwäsche, Mafia ein,Tirana ist nicht weit entfernt. Neben den Protzgebäuden stehen dutzende kleine Häuschen, sind das Übernachtungsmöglichkeiten für Betrunkene? Nein, weit gefehlt, es sind Esszimmerhäuschen für kontaktscheue Gäste.

Wir suchen am Mittag das Schlafgemach auf und gehen am Abend gut gerüstet in die zweite 2.0 Ost-West Runde im Nachbarrestaurant “Brilant”.

Das Abschlussgespräch findet wie gestern am Lake statt. Ina konfisziert den Campingraki, die Gläser stellt der Chef persönlich. Unsere Leben liefen“ same, same but different“. Altes Haus gekauft, Einzug in eine Baustelle, Geld knapp …… wir leeren die Rakiflasche  nicht ganz. Die Nacht wieder etwas unruhig, das Wohnmobil der Nachbarinnen steht schief und muss gerichtet werden. Nach 24 h kommt ein riesiger Bagger auf’s Nachbargrundstück.

Donnerstag: Kruja und die Rache von Google Maps

Wir verlassen unsere Ostnachbarn und die Mafialagune. Google Maps schlägt scheinheilig zwei Routen vor, eine mit und eine ohne Maut. Ich schwäble und wähle die ohne. Beim Erreichen der Berge wechselt der Asphalt zu Schotter. Die Piste ist schön breit angelegt, kein Problem für Luigi und Ina, die ist mit fahren dran. Nach ein paar Kilometern tauchen die ersten Baumaschinen auf, es wird ein bisschen enger. Dann, ein riesiger Kühler ragt vor uns auf, der Fahrer lehnt sich aus dem Fenster und weist uns die Richtung zur Ausweichstrecke. Bei deren Anblick fällt uns das Urlaubslächeln aus den Gesichtern und an den Händen am Lenkrad treten die Knöchel weiß hervor. Wir erkennen die Heimtücke Googles, diese nachtragende Zickenapp hat uns ins Niemandsland gelockt und dann verlassen, keine Straße mehr auf dem Display! Ha, ist da mal kurz ein lachendes Smiley aufgepoppt?

Nicht darüber nachdenken, wir müssen uns den Feldweg entlang zittern und sämtliche Götter anrufen (schon wieder), dass uns kein Fahrzeug entgegen kommt. Nützt natürlich nichts, es gibt ja bekanntlich keine Götter, dafür aber andere Fahrzeuge. Eins muss ausweichen, wir sind meistens die Größeren und der Kleinere sucht Schutz in einer Bucht. Wir schaukeln endlos durch Albaniens Vorgebirge. Es gibt hier auch Müllberge, hier landet wohl der ganze Albanienmüll.

Nach langer Fahrt hat Luigi wieder Asphalt unter sich und wir erreichen nach kurzer Zeit unseren Campingplatz. Und siehe da, der Osten ist schon da. Große Freude  West-Ostgespräche 3.0 stehen an. Wir besuchen die Burg und es entstehen viele Vereinigungsbilder.

Die Betreiber des Platzes bieten uns ein traditionelles, albanisches Essen an, wir sagen begeistert zu. Die Gastgeber sind Moslems, das heißt, es gibt keinen Alkohol zu den Speisen. Bedient werden wir von den deutsch sprechenden Töchtern. Und Überraschung, (Achtung Karin) auf unsere Frage,  woher ihre Deutschkenntnisse stammen, stellt sich heraus, dass sie in Deutschland leben, genauer gesagt in KARLSRUHE, Mühlburg, Bachstraße. Noch eine Besonderheit: die stolze Superköchin hat das Menü nicht eingepreist, sondern wir durften selbst entscheiden, was wir geben wollen. Geniales Essen, nette Gesellschaft, was will man mehr.

Noch schnell ins WhatsApp und Werbung machen….hä, man hat mich für 24 Stunden ausgesperrt. Was soll das? Da hat sich das mistige Google mit WhatsApp zusammengetan und straft mich in Trump’scher Manier ab, nur weil ich mal ein bisschen über G…. geschimpft habe. Ich klebe mir ein Pflaster auf den Mund und warte ab. 

Der Roller hat ganz schön Staub gefressen!

Mit Luigi durch das Land der Skipetaren Juni 2025 Teil III

Freitag 06.06.2025

Von Kruje nach Kamping Pa Emër, Kavajë,

Wir spülen den Staub vom Roller und den Rädern und steuern das Mittelmeer an. Unser ständiger Begleiter, der Stau, bleibt uns auch in Albanien treu, wir stehen in Fushë-Krujë in der Mittagssonne, die Klimaanlage kühlt unsere Nerven. Der  Stau liegt bald hinter uns und nach kurzer Fahrtzeit kommt der Campingplatz in Sicht. Der Camper hüpft noch über ein paar abschließende Schwellen. Wo ist denn die Rezeption? Ein schwaches Rufen weist uns die Richtung. Eine ältere albanisch, italienisch, deutsch sprechende Dame nimmt uns in Empfang, „ein oder zwei Nächte“ lautet die erste Frage. Wir antworten Zwei! Hauptgewinn, wir dürfen uns einen Platz direkt am Meer aussuchen. Der gut besuchte Platz hat für uns noch eine Parkbucht frei. Der etwas in die Tage gekommene Kamping Pa Emër bietet dem Besucher etwas besonderes: eine kleine Restaurantinsel, diese fügt sich bei Sonnenuntergang malerisch in unsere Fotos ein. Überraschung: wir bekommen Besuch von unserem Ostpärchen, sie nächtigen auf dem Nachbarplatz. 

Wir verweigern das Inselneppessen und finden eine Alternative. Ein ruhiges Fischrestaurant stillt unseren Hunger, zu meiner Enttäuschung, Tzatziki  aus, zum Trost gibt es einen leckeren Raki (fast Grappaqualität) vom „Onkel“. WhatsApp hat mich überprüft und wieder freigeschaltet.

default

Samstag 07.06.2025

Ruhetag und hohe Gebühren

Albanien ist ein preiswertes Reiseland, aber wir haben zu wenig von den Euros eingepackt, darum bekommen die gebührenhungrigen ATM öfters Besuch von uns. Der nächste „Ausbeuter“ steht in Durres . Wir holen die Helme aus dem Koffer und rollen los. 

So jetzt ist es an der Zeit, mal richtig über die Schwellenmanie der Albaner zu moppern! In allen auch noch so kleinen Orten sind die Straßen mit unzähligen Schwellen bestückt.

Gefühlt alle 10 Meter legt sich uns so eine in den Weg. Erschwerend kommt noch hinzu, daß sie farblich dem Straßenbelag angepasst sind und so erst spät erkannt oder schlimmer, übersprungen werden. Luigi nimmt uns das Übersehen   Übel und beklagt sich mit einem lauten Klappern aus den Schränken. Wir kommen zum zweiten Ärgernis: Die ATM der Banken wollen natürlich auch am Tourismus verdienen, sie berechnen zum Teil unverschämt hohe „FEES“, also Gebühren für das Ausspucken der Lek ein. Rekordsumme  eines dieser Straßenräuber war 89 € !!!!! Also aufgepasst und vergleichen.

Wir hoppeln zurück zu Luigi. Wir sparen heute die Lek, kochen selbst und schauen der Sonne beim Untergehen zu.

Sonntag 08.06.2025

Friedensangebot und es blitzt

Gjirokastra ist unser nächstes Ziel. Wie an Sonntagen üblich füllen Ausflügler die Straßen, das wissen auch die Jungs mit den Laserpistolen, sie schmälern damit das Ausflugsbudget vieler Albaner. Luigi hält sich an die Geschwindigkeit und das Abendessen ist damit gesichert. Ach ja, Google hat sich mächtig ins Zeug gelegt und wir fahren über breite und schlaglochfreie Straßen. Wir stellen unser Fahrzeug auf dem Family Camping ab und unsere Fahrräder bekommen ihren ersten Auftritt. 

Bei glühender Hitze steuern wir die Festung an. Auf halber Höhe (vielleicht etwas weniger) fallen wir mit roten Köpfen von den Fahrrädern, den Rest bewältigen wir zu Fuß. Die Burg stellt die von Kruja locker in den Schatten (welch Vergleich bei der Sonne).

Wir tanken anschließend ein „Bleifrei“ in der Jugendgasse, lauter aufgehübschte Mädels und nervöse Jungs treffen sich hier.

Nach dem Essen am Platz nächtigen wir mit internationalen Nachbarn. 

Montag 09.06.2025

Ksamil und ein weiteres Wiedersehen

Google ist weiter bemüht, super Straße wenig Verkehr, die Polizei hat heute frei. Ksamil Caravan Camping  ist ein kleiner Platz mitten im Ort, der Besitzer gibt den Einweiser und wir quetschen uns in eine freie Lücke. Zur Begrüßung spendiert uns seine Frau einen Nescafé Frappé (kalter Kaffee) und welch Freude, der östliche Teil unserer Reisegruppe ist schon da. 

Das heutige Kulturprogramm sieht den Besuch der antiken Ausgrabungsstätte Butrint vor.

Unsere Gastgeberin gibt uns den Rat, nehmt den Bus, der fährt alle 30 min vor dem Supermarkt in Richtung Butrint ab. Wir warten, warten…… nach 45 min geben wir auf und fahren mit dem Roller. 

Der Besuch lohnt sich, Ruinen aus verschiedenen Epochen füllen das Areal.

Dienstag 10.06.2025

Der Bauboom macht auch vor Kasmil nicht halt, viele leere Hotel uns Strandliegen.

Ein weiterer Grenzübertritt 

Griechenland lockt, es ist ja nur ein Katzensprung zum Elena Camping. Auf diesem Platz standen wir vor acht Jahren und wartenden auf unsere Fähre nach Venedig. Die West-Ostreisegruppe beschließt, dass wir gemeinsam fahren. Tina und Jörg betreten zum ersten Mal griechischen Boden. Wieder die Hauptgewinn-Frage: wie viele Tage? Wir sagen Drei und damit gebührt uns wieder der Platz am Meer.

Mittwoch und Donnerstag 11. -12.06 2025 

Elena Camping

 Es ist heiß, wir tun nichts.

Mit Luigi durch das Land der Skipetaren Teil IV

Oridsee und Straßenmaler

Wir verlassen Elena Camping, es war hier genau so schön wie vor 8 Jahren. Elenas Küche war einfach grandios.

Die gut gepflegte Autobahn lässt Luigi schnurren und die geringen Mautgebühren schonen unsere Reisekasse. An der Grenze nach Albanien müssen wir ein bisschen anstehen. Ich vertrete mir ein bisschen die Beine, bei dem Griechen muss man zur Kontrolle der Pässe eh’ anstehen. Ein freundlicher Frontec Beamter vertreibt uns mit einem Gespräch die Zeit. 

Asche auf mein Haupt, wir wollten eigentlich billigeren Griechensprit tanken, der schlaue Chris wollte das auf den letzten Metern tun. Es gab leider keine Grenztankstelle und so mussten wir   die Kasse einer albanischen Tanke füllen. 

Die Straßenqualität erfüllt das Klischee und Luigi lässt das Schnurren und rumpelt dafür. Achtung, da vorne ist eine Baustelle die Mitte der Straße ist abgesperrt. Von einem Fahnenschwenker werden wir umgeleitet. Was sehe ich da, ein Arbeiter kniet auf der Straße und markiert mit einem kleinen Farbroller und weißer Farbe den Mittelstreifen.

Wir erreichen den Oridsee ohne weitere Zwischenfälle. Am Ortsrand von Pogradec liegt der von uns ausgewählte ARBI Stellplatz. Wir radeln den See entlang und erreichen bald den Badestrand der Stadt, hier hat alles einen spätkommunistischen  Charme, Kuba lässt grüßen. Der Strand ist gut besucht, er kommt  aber nicht auf die Liste meiner Traumstrände. Wir kommen sicher nicht wieder!

Der Oridsee beherbergt  eine Reihe von Fischarten, die vom Aussterben bedroht sind, darunter die Koran Forelle. Die werden wir sicher nicht essen.

Der Ostteil unserer Reisegruppe Tina und Jörg treffen ein. In dem nahegelegenen Restorant Sofra E.Don gibt es eine Vorspeisenplatte für Zwei. Sehr mächtig!

Samstag 14.06.2025

Das Labyrinth  von Berat

Ost-West geht getrennte Wege. Unser nächstes Ziel wird Berat sein.

Der Osten bleibt, der Westen fährt. Die Routenplanung übernimmt Google, die Strecke führt noch eine zeitlang am See entlang und windet sich dann ins Gebirge. Der Asphalt geht verloren und die Straße wird zur Piste. Es wird trotzdem überholt! Die netten Albaner, sind als Autofahrer eine Heimsuchung, liegt vielleicht an der Evolution, vom Eselgespann zum PS strotzenden Auto! Wir erreichen Berat und die Google Falle schnappt einmal mehr zu: im Kreisverkehr Ausfahrt verpasst und schon schlägt das Teil hinterlistig, „die nächste links“ vor. So lernen wir die „Bronx“ von Berat kennen.

Diesmal werden meine Fingerknöchel weiß. Die Gassen werden immer enger, Millimeterarbeit ist angesagt. Die Stimmung geht ins deutlich Negative. „Die nächste rechts“ …. super eine Sackgasse! Ich schiebe Luigi zum Drehen rückwärts auf eine Müllhalde. Schweißgebadet finden wir aus dem Labyrinth heraus. Die Einfahrt zum Stellplatz sorgt für einen weiteren Pegelausschlag ins Negative, er ist einfach öde.

Der freundliche Empfang einer gut englisch sprechenden Albanerin glättet die Wogen.

 

Ein bisschen Füsse hoch und dann durch die verwohnte Vorstadt ins alte Zentrum. Hier zeigt sich Berat von der besten Seite, auf den beiden Seiten des Osumflusses ziehen sich die alten Häuser die Hügel hinauf. Gekrönt wird die Stadt von einer mächtigen Burg, die werden wir morgen erklimmen.

Das Abendessen im Amalia Homade Food bietet uns das bisher beste Essen Albaniens. Auf dem Rückweg führt uns Google über verschlungene Pfade.

Sonntag 15.06.2025

Berat, die Burg

Heute morgen habe ich Google ins Gebet  genommen. Es gelobt Besserung. Es fruchtet: unser Fußwerg führt über schmale Pfade direkt zur Burg. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, für einen Sonntag sind wenige Besucher unterwegs. Das spannende ist, Burgmauern umschließen etliche noch bewohnte Häuser. 

Eine ausgesetzte Aussichtsplattform bietet eine schönen Blick auf  Stadt und Umgebung. 

Auf dem Platz ist der Ostteil eingetroffen. Wieder ein fröhlicher Abend. Tina und Jörg wollen in die Osumischlucht, wir fahren mit.

Sonntag 16.06. 2025 

Drohnenflug in der Osumischlucht

Meine super App errechnet eine Fahrzeit von zwei Stunden für 68 Km. Sag emol, kann Google nicht mehr rechnen? 2 Stunden für lächerliche 68 Km? Es kam tatsächlich so, enge Straße, Schlaglöcher, LKW, Gegenverkehr…. Die Fahrt hat sich gelohnt, die Drohne ist glücklich, eine tiefe Schlucht zu erfliegen.

Am Ende des Tals gibt es einen Salat und den Entschluss, wir fahren ans Meer nach Spille.

Mit Luigi durch das Land der Skipetaren V

Montag 16.06. 2025 
Teil II

 Karges Wohnen und blutige Nächte.

Wir quälen uns durch das enge Tal zurück nach Berat. Meine Schlaglochtrefferquote ist preisverdächtig! Die Straßen werden besser, die Besucher Beats wollen wohl nicht so durchgerüttelt werden. Unser ausgewählter und einziger Campingplatz in Spille entpuppt sich als Restaurantparkplatz! Eine Dusche Nutzung 2€, Schlüssel müssen wir an der Bar holen. Der Ostteil der Reisegruppe ist empört, der Westteil resigniert, es gibt nichts anderes. Das gute Essen und der Wein verbessert die Stimmung. Die lange Fahrt, der leckere Raki lässt müde Häupter auf die Kissen sinken.

Schrilles Sirren reisst uns aus den Träumen, blutrünstige Heerscharen umkreisen uns, die Schlacht beginnt. Wir nehmen einige Stiche hin, aber Ina schlägt zurück und bald sind Luigis Wände von unserem Blut rot eingefärbt. Die lästigen Sauger ziehen stich verlustreich zurück. Wir fallen in den verdienten Schlaf.

Dienstag 17.06.2025

Strandspaziergang und „sie sind Zurück“

Nach einem gemütlichen Frühstück schwingen wir uns auf die Fahrradsättel und  fahren den kilometerlangen Sandrand entlang.

Eine Sonnenliege reiht sich an die andere, es müssen Tausende sein. Die wenigsten sind belegt, wer soll das ändern? Sicher die meerlosen Nordmazedonier, nach Griechenland wollen die nicht (politisch), so müssen sie diesen öden Strand buchen. Wir steuern die Shoppingmeile Spilles an und füllen unsere Vorräte. Der Abend und die Nacht wiederholt sich. 

Mittwoch18.06.2025

Backofen und Gute Aussicht

Wir verlassen den Parkplatz, sorry Campingplatz. Die Gruppe trennt sich, der Westen fährt Richtung Norden. Es fällt uns auf, dass an den Straßenrändern die Abdeckungen der Abwasserschächte fehlen. Es herrscht wohl Eisenmangel in Albanien, da sind die „Alteisensammler fleissig. Also aufpassen, sonst ist die Achse weg
Wir überschreiten die Grenze bei Shkodra nach Mazedonien. Bei Budva gibt es einen Stellplatz unter deutscher Geschäftsführung, das klingt gut, da fahren wir hin. Das überbordende Budva liegt bald hinter uns und wir biegen zum Stellplatz ab. Es Ist keine Seele in der Rezeption, also fahren wir mal rein. Der Platz erweist sich als ein vor Hitze flimmernder, von Mauern umgebener mausgrauer Hof. Nein, hier wollen wir nicht gebacken werden. Nix wie weg, wir finden eine Alternative, weit über dem Meer gelegen erwartet uns Camping Seoce-Budva. Die Anfahrt führt mal wieder, wer hätte das gedacht über schmale Gassen. Weiße Knöchel, wie gehabt.

Eine steile Zufahrt führt hinab zu den terrassierten Stellplätzen. Der nette „Chefe“ weist uns ein, „Vorsicht, verschone die Feigenbäumchen!“ Wir belohnen uns mit einem Bier und der tollen Aussicht. Heute gibt es eine Take Away Pizza.

Donnerstag 19.06.2025

Grenzwertige Biker

Wir verlassen den Platz nicht ohne ein bisschen aufzusitzen, es war aber nur die Unterseite unseres Trägers. Schon versierter fahren wir die steilen Gassen hinab, Kroatien entgegen. Mit der Fähre überqueren wir die Kotorschlucht. Die Überfahrt kostet uns 10,50€ und wir sparen uns damit etliche Kilometer um die Bucht.

Bei glühender Hitze erreichen wie die Grenze, überschaubare 6 oder 7 Autos sind vor uns, wir warten… und warten….. die Grenzer machen wohl Mittag! Das Einzige was sich tut, sind Biker, die mal ganz locker an uns vorbei ziehen, der Zollschranke entgegen. Bei zwei oder dreien hätte ich ja nichts gesagt, aber nach ZWANZIG ! erreicht mein Blutdruck den Siedepunkt. Ich springe aus dem Auto und stelle mich dem Nächsten entgegen. Ups… der hat ja so ne Rockerkutte an. Egal, ich kann mich nicht bremsen und blöke ihn an. Mit einem nachsichtigen Lachen und „du hast ja ne Klimaanlage“ lässt er mich stehen und nähert sich der Schranke. Auch Ina ist auf Drehzahl. Da nähert sich uns die Rockerkutte, er wird doch Luigi nichts antun! Nein, er versucht zu schlichten, ein Rocker und Verständigung? Wir lassen an ihm erst mal Dampf ab, er nickt verständnisvoll. 

Da kommt auch noch so ein Brexiter auf seinem Motorrad, und ignoriert die in der Hitze kochende Autoschlange. Ich sehe, er ist einen Kopf kleiner als ich, da ist klar, den kauf ich mir. In wildem Denglisch, gipfelnd in „Fuck You“ beschimpfe ich ihn. Aber er, ganz Englisch like, lässt das an sich abperlen und übergibt dem Grenzer seinen Pass. Echt, das waren mal unsere Freunde und wie habe ich ihre Disziplin an den Bushaltestellen bewundert. Ich überlege, ob ich das Engländer Krad umtrete, lasse es aber, ich fürchte die Bikersolidarität. 

Ein zweiter Grenzer hat sein Mittagsmal beendet und öffnet einen weiteren Schalter. Breite Straßen, keine Schlaglöcher willkommen in der EU.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir auf dem Brijesta Dubrovnik Camping. Sehr ruhig, super Sonnenuntergang, große Stellplätze und heiße Duschen.

Das einzige Restaurant verwöhnt uns. Da in der Bucht Austern und Jakobsmuscheln gezüchtet werden, finden sie sich in verschiedenen Variationen auf der Speisekarte. Inzwischen sitzen Tina und Jörg mit am Tisch (diesmal purer Zufall). Es gibt Pulpo Ragout für alle, ein Traum. Wir geben die Gastgeber und es werden die  letzten Alkoholvorräte gelehrt.

Freitag 20.06.2025

Heute gehen wir es ruhig an, packen den Roller noch einmal aus und gehen einkaufen. Noch einmal Sonnenuntergang genießen und  ohne Ostbesuch gehts heute früh ins Bett.

Ab morgen geht es in Richtung Heimat.

Samstag 21.06.202

Wir erreichen den Campingplatz Borje, schön im Wald gelegen, große Stellplätze und saubere Sanitäranlagen.

Sonntag 22.06.2025

Wir fahren heute eine für uns neue Route durch Österreich, die Pyhrn Autobahn. Bequemes fahren bis zum Campingplatz Pyhrn-Priel & Gasthaus Hopfenliebe. Einfaches Essen, gepflegter Platz. Die Preise sind für Albanienreisende hoch.

Montag 23.06.2025 

Der dichter werdende  Verkehr verlangsamt unsere Heimfahrt.  Gegen 17.00 Uhr hat uns Eisental wieder.

Das mag ich an Albanien 

  • Albanien hat die ungefähre  Größe von Baden-Württemberg, damit liegen die Touristischen Highlights nah beieinander. 
  • Die Albaner sind nette und hilfsbereite Menschen.
  • Sie können sehr gut kochen.
  • Für uns ein sehr günstiges Reiseland.

Das mag ich nicht an Albanien

  • Das Müllverhalten und die Entsorgung ist mehr als mangelhaft, der Müll landet einfach in der Landschaft oder wird einfach verbrannt.
  • Viele schlechte Straßen, bzw. Pisten.
  • Aggressive Autofahrer!
  • Die Qualität der Campingplätze ist zumeist schlecht. Es sind in der Regel Schotterplätze. 
  • Die Gebühren an den ATM sind teilweise exorbitant hoch, vergleichen lohnt sich! Oder gleich in Euro (ausreichend mitnehmen) bezahlen.