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Mit Luigi durch das Land der Skipetaren Teil IV

Oridsee und Straßenmaler

Wir verlassen Elena Camping, es war hier genau so schön wie vor 8 Jahren. Elenas Küche war einfach grandios.

Die gut gepflegte Autobahn lässt Luigi schnurren und die geringen Mautgebühren schonen unsere Reisekasse. An der Grenze nach Albanien müssen wir ein bisschen anstehen. Ich vertrete mir ein bisschen die Beine, bei dem Griechen muss man zur Kontrolle der Pässe eh’ anstehen. Ein freundlicher Frontec Beamter vertreibt uns mit einem Gespräch die Zeit. 

Asche auf mein Haupt, wir wollten eigentlich billigeren Griechensprit tanken, der schlaue Chris wollte das auf den letzten Metern tun. Es gab leider keine Grenztankstelle und so mussten wir   die Kasse einer albanischen Tanke füllen. 

Die Straßenqualität erfüllt das Klischee und Luigi lässt das Schnurren und rumpelt dafür. Achtung, da vorne ist eine Baustelle die Mitte der Straße ist abgesperrt. Von einem Fahnenschwenker werden wir umgeleitet. Was sehe ich da, ein Arbeiter kniet auf der Straße und markiert mit einem kleinen Farbroller und weißer Farbe den Mittelstreifen.

Wir erreichen den Oridsee ohne weitere Zwischenfälle. Am Ortsrand von Pogradec liegt der von uns ausgewählte ARBI Stellplatz. Wir radeln den See entlang und erreichen bald den Badestrand der Stadt, hier hat alles einen spätkommunistischen  Charme, Kuba lässt grüßen. Der Strand ist gut besucht, er kommt  aber nicht auf die Liste meiner Traumstrände. Wir kommen sicher nicht wieder!

Der Oridsee beherbergt  eine Reihe von Fischarten, die vom Aussterben bedroht sind, darunter die Koran Forelle. Die werden wir sicher nicht essen.

Der Ostteil unserer Reisegruppe Tina und Jörg treffen ein. In dem nahegelegenen Restorant Sofra E.Don gibt es eine Vorspeisenplatte für Zwei. Sehr mächtig!

Samstag 14.06.2025

Das Labyrinth  von Berat

Ost-West geht getrennte Wege. Unser nächstes Ziel wird Berat sein.

Der Osten bleibt, der Westen fährt. Die Routenplanung übernimmt Google, die Strecke führt noch eine zeitlang am See entlang und windet sich dann ins Gebirge. Der Asphalt geht verloren und die Straße wird zur Piste. Es wird trotzdem überholt! Die netten Albaner, sind als Autofahrer eine Heimsuchung, liegt vielleicht an der Evolution, vom Eselgespann zum PS strotzenden Auto! Wir erreichen Berat und die Google Falle schnappt einmal mehr zu: im Kreisverkehr Ausfahrt verpasst und schon schlägt das Teil hinterlistig, „die nächste links“ vor. So lernen wir die „Bronx“ von Berat kennen.

Diesmal werden meine Fingerknöchel weiß. Die Gassen werden immer enger, Millimeterarbeit ist angesagt. Die Stimmung geht ins deutlich Negative. „Die nächste rechts“ …. super eine Sackgasse! Ich schiebe Luigi zum Drehen rückwärts auf eine Müllhalde. Schweißgebadet finden wir aus dem Labyrinth heraus. Die Einfahrt zum Stellplatz sorgt für einen weiteren Pegelausschlag ins Negative, er ist einfach öde.

Der freundliche Empfang einer gut englisch sprechenden Albanerin glättet die Wogen.

 

Ein bisschen Füsse hoch und dann durch die verwohnte Vorstadt ins alte Zentrum. Hier zeigt sich Berat von der besten Seite, auf den beiden Seiten des Osumflusses ziehen sich die alten Häuser die Hügel hinauf. Gekrönt wird die Stadt von einer mächtigen Burg, die werden wir morgen erklimmen.

Das Abendessen im Amalia Homade Food bietet uns das bisher beste Essen Albaniens. Auf dem Rückweg führt uns Google über verschlungene Pfade.

Sonntag 15.06.2025

Berat, die Burg

Heute morgen habe ich Google ins Gebet  genommen. Es gelobt Besserung. Es fruchtet: unser Fußwerg führt über schmale Pfade direkt zur Burg. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt, für einen Sonntag sind wenige Besucher unterwegs. Das spannende ist, Burgmauern umschließen etliche noch bewohnte Häuser. 

Eine ausgesetzte Aussichtsplattform bietet eine schönen Blick auf  Stadt und Umgebung. 

Auf dem Platz ist der Ostteil eingetroffen. Wieder ein fröhlicher Abend. Tina und Jörg wollen in die Osumischlucht, wir fahren mit.

Sonntag 16.06. 2025 

Drohnenflug in der Osumischlucht

Meine super App errechnet eine Fahrzeit von zwei Stunden für 68 Km. Sag emol, kann Google nicht mehr rechnen? 2 Stunden für lächerliche 68 Km? Es kam tatsächlich so, enge Straße, Schlaglöcher, LKW, Gegenverkehr…. Die Fahrt hat sich gelohnt, die Drohne ist glücklich, eine tiefe Schlucht zu erfliegen.

Am Ende des Tals gibt es einen Salat und den Entschluss, wir fahren ans Meer nach Spille.

Mit Luigi durch das Land der Skipetaren V

Montag 16.06. 2025 
Teil II

 Karges Wohnen und blutige Nächte.

Wir quälen uns durch das enge Tal zurück nach Berat. Meine Schlaglochtrefferquote ist preisverdächtig! Die Straßen werden besser, die Besucher Beats wollen wohl nicht so durchgerüttelt werden. Unser ausgewählter und einziger Campingplatz in Spille entpuppt sich als Restaurantparkplatz! Eine Dusche Nutzung 2€, Schlüssel müssen wir an der Bar holen. Der Ostteil der Reisegruppe ist empört, der Westteil resigniert, es gibt nichts anderes. Das gute Essen und der Wein verbessert die Stimmung. Die lange Fahrt, der leckere Raki lässt müde Häupter auf die Kissen sinken.

Schrilles Sirren reisst uns aus den Träumen, blutrünstige Heerscharen umkreisen uns, die Schlacht beginnt. Wir nehmen einige Stiche hin, aber Ina schlägt zurück und bald sind Luigis Wände von unserem Blut rot eingefärbt. Die lästigen Sauger ziehen stich verlustreich zurück. Wir fallen in den verdienten Schlaf.

Dienstag 17.06.2025

Strandspaziergang und „sie sind Zurück“

Nach einem gemütlichen Frühstück schwingen wir uns auf die Fahrradsättel und  fahren den kilometerlangen Sandrand entlang.

Eine Sonnenliege reiht sich an die andere, es müssen Tausende sein. Die wenigsten sind belegt, wer soll das ändern? Sicher die meerlosen Nordmazedonier, nach Griechenland wollen die nicht (politisch), so müssen sie diesen öden Strand buchen. Wir steuern die Shoppingmeile Spilles an und füllen unsere Vorräte. Der Abend und die Nacht wiederholt sich. 

Mittwoch18.06.2025

Backofen und Gute Aussicht

Wir verlassen den Parkplatz, sorry Campingplatz. Die Gruppe trennt sich, der Westen fährt Richtung Norden. Es fällt uns auf, dass an den Straßenrändern die Abdeckungen der Abwasserschächte fehlen. Es herrscht wohl Eisenmangel in Albanien, da sind die „Alteisensammler fleissig. Also aufpassen, sonst ist die Achse weg
Wir überschreiten die Grenze bei Shkodra nach Mazedonien. Bei Budva gibt es einen Stellplatz unter deutscher Geschäftsführung, das klingt gut, da fahren wir hin. Das überbordende Budva liegt bald hinter uns und wir biegen zum Stellplatz ab. Es Ist keine Seele in der Rezeption, also fahren wir mal rein. Der Platz erweist sich als ein vor Hitze flimmernder, von Mauern umgebener mausgrauer Hof. Nein, hier wollen wir nicht gebacken werden. Nix wie weg, wir finden eine Alternative, weit über dem Meer gelegen erwartet uns Camping Seoce-Budva. Die Anfahrt führt mal wieder, wer hätte das gedacht über schmale Gassen. Weiße Knöchel, wie gehabt.

Eine steile Zufahrt führt hinab zu den terrassierten Stellplätzen. Der nette „Chefe“ weist uns ein, „Vorsicht, verschone die Feigenbäumchen!“ Wir belohnen uns mit einem Bier und der tollen Aussicht. Heute gibt es eine Take Away Pizza.

Donnerstag 19.06.2025

Grenzwertige Biker

Wir verlassen den Platz nicht ohne ein bisschen aufzusitzen, es war aber nur die Unterseite unseres Trägers. Schon versierter fahren wir die steilen Gassen hinab, Kroatien entgegen. Mit der Fähre überqueren wir die Kotorschlucht. Die Überfahrt kostet uns 10,50€ und wir sparen uns damit etliche Kilometer um die Bucht.

Bei glühender Hitze erreichen wie die Grenze, überschaubare 6 oder 7 Autos sind vor uns, wir warten… und warten….. die Grenzer machen wohl Mittag! Das Einzige was sich tut, sind Biker, die mal ganz locker an uns vorbei ziehen, der Zollschranke entgegen. Bei zwei oder dreien hätte ich ja nichts gesagt, aber nach ZWANZIG ! erreicht mein Blutdruck den Siedepunkt. Ich springe aus dem Auto und stelle mich dem Nächsten entgegen. Ups… der hat ja so ne Rockerkutte an. Egal, ich kann mich nicht bremsen und blöke ihn an. Mit einem nachsichtigen Lachen und „du hast ja ne Klimaanlage“ lässt er mich stehen und nähert sich der Schranke. Auch Ina ist auf Drehzahl. Da nähert sich uns die Rockerkutte, er wird doch Luigi nichts antun! Nein, er versucht zu schlichten, ein Rocker und Verständigung? Wir lassen an ihm erst mal Dampf ab, er nickt verständnisvoll. 

Da kommt auch noch so ein Brexiter auf seinem Motorrad, und ignoriert die in der Hitze kochende Autoschlange. Ich sehe, er ist einen Kopf kleiner als ich, da ist klar, den kauf ich mir. In wildem Denglisch, gipfelnd in „Fuck You“ beschimpfe ich ihn. Aber er, ganz Englisch like, lässt das an sich abperlen und übergibt dem Grenzer seinen Pass. Echt, das waren mal unsere Freunde und wie habe ich ihre Disziplin an den Bushaltestellen bewundert. Ich überlege, ob ich das Engländer Krad umtrete, lasse es aber, ich fürchte die Bikersolidarität. 

Ein zweiter Grenzer hat sein Mittagsmal beendet und öffnet einen weiteren Schalter. Breite Straßen, keine Schlaglöcher willkommen in der EU.

Die nächsten zwei Tage verbringen wir auf dem Brijesta Dubrovnik Camping. Sehr ruhig, super Sonnenuntergang, große Stellplätze und heiße Duschen.

Das einzige Restaurant verwöhnt uns. Da in der Bucht Austern und Jakobsmuscheln gezüchtet werden, finden sie sich in verschiedenen Variationen auf der Speisekarte. Inzwischen sitzen Tina und Jörg mit am Tisch (diesmal purer Zufall). Es gibt Pulpo Ragout für alle, ein Traum. Wir geben die Gastgeber und es werden die  letzten Alkoholvorräte gelehrt.

Freitag 20.06.2025

Heute gehen wir es ruhig an, packen den Roller noch einmal aus und gehen einkaufen. Noch einmal Sonnenuntergang genießen und  ohne Ostbesuch gehts heute früh ins Bett.

Ab morgen geht es in Richtung Heimat.

Samstag 21.06.202

Wir erreichen den Campingplatz Borje, schön im Wald gelegen, große Stellplätze und saubere Sanitäranlagen.

Sonntag 22.06.2025

Wir fahren heute eine für uns neue Route durch Österreich, die Pyhrn Autobahn. Bequemes fahren bis zum Campingplatz Pyhrn-Priel & Gasthaus Hopfenliebe. Einfaches Essen, gepflegter Platz. Die Preise sind für Albanienreisende hoch.

Montag 23.06.2025 

Der dichter werdende  Verkehr verlangsamt unsere Heimfahrt.  Gegen 17.00 Uhr hat uns Eisental wieder.

Das mag ich an Albanien 

  • Albanien hat die ungefähre  Größe von Baden-Württemberg, damit liegen die Touristischen Highlights nah beieinander. 
  • Die Albaner sind nette und hilfsbereite Menschen.
  • Sie können sehr gut kochen.
  • Für uns ein sehr günstiges Reiseland.

Das mag ich nicht an Albanien

  • Das Müllverhalten und die Entsorgung ist mehr als mangelhaft, der Müll landet einfach in der Landschaft oder wird einfach verbrannt.
  • Viele schlechte Straßen, bzw. Pisten.
  • Aggressive Autofahrer!
  • Die Qualität der Campingplätze ist zumeist schlecht. Es sind in der Regel Schotterplätze. 
  • Die Gebühren an den ATM sind teilweise exorbitant hoch, vergleichen lohnt sich! Oder gleich in Euro (ausreichend mitnehmen) bezahlen.

„Griechenland April 2017“ Tag 1 Iseo

Unterwegs mit Luigi
So jetzt ist erstmal Schluß mit Flugreisen! Wir sind jetzt mit unserem Wohnmobil unterwegs. Luigi ist gepackt und wir rollen dem Süden entgegen.
Der Norden Griechenlands ist noch ein Weißer Fleck auf unserer Landkarte, das wird sich ändern. Griechenland das ist …… Souvlaki, Tzatziki, Retzina und natürlich Meer mit viel Sonne. Aber, Griechenland ist viel mehr, es warten schneebedeckte Berge, die tiefste Schlucht der Welt, Bären und Wölfe auf uns.
Tag 1 Iseo

Das schöne an Reisetagen ist, es gibt nix zu schreiben. Rein ins Auto, Schlüssel drehen, Luigi schnurrt freudig, Fuß aufs Gas und los geht’s. Ah, ok es ist nicht ganz so. Unsere erste Etappe ist der Iseosee. An diesem See haben wir vor Jahren mit unseren Kindern zwei Nächte auf dem Campingplatz verbracht, was an Erinnerungen blieb, war ein Gewittersturzbach durch unser Zelt und die beste Pizza unseres Lebens. Dieses mal erwischen wir ein Traumwetter, das Städtchen zeigt sich von seiner besten Seite. Es ist noch nicht von der alljährlichen Besucherwelle überrollt und die Menschen sind entspannt. Die Restaurants sind leer und das Essen schmeckt nicht nach „Touristen Menü“ sondern richtig lecker, halt nicht ganz billig. Ein netter Abend, die müden Häupter in die Kissen gekuschelt, morgen geht’s nach Venedig.

„Griechenland 2017“ Tag 2 Venedig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tag 2  Venedig
Die 240 km nach Venedig sind schnell weggeschnurrt, wir haben jede Menge Zeit, unseren letzten Aufenthalt  aufzufrischen. Luigis Parkplatz liegt in der Nähe des Fährhafens und um die Ecke gibt es eine Anlegestelle eines  Vaporettos (Wasserbus), das uns  nach kurzer Wartezeit nach Venedig schippert. Der Hunger ist groß und wir finden schnell unser Puppa-Restaurant. Einmal Spaghetti rot, einmal schwarz (Sepia), Bier + Kaffee = 12€ pro Person.

Ein paar Stunden lässiges Insider schlendern, dann zurück zu Luigi. Für unser Ticket müssen wir am „ Schalter“ Schlange stehen. Na, ja Schalter ist übertrieben (deswegen mit „ ), ist eher ein Hinterzimmer im
Das lange Warten beginnt, wir reihen uns in die Schlange ein und …… nichts tut sich, kein Licht brennt, keine fleißigen Einweiser und schon gar keine Fähre in Sicht! Also, wir sollten spätestens 23 Uhr in die Schlange stehen, es ist jetzt 1 Uhr, die „offizielle Ablegezeit“, und nicht das kleinste Boot, geschweige denn super tolle Fähre in Sicht, wir schmollen und rutschen mit unseren müden Hinterteilen auf den Sitzen hin und her. Die Äuglein fallen zu ,2 Uhr……… Das Nebelhorn der Fähre reißt uns aus den Träumen, das Chaos beginnt. Die Fähre ist schnell zur Ader gelassen und  hat nun in ihrem riesigen Bauch Platz für unseren kleinen Luigi. Der ungeduldige Autoplatzanweiser dirigiert uns mit unverständlichen  Zeichen ins hinterste Eck, nach einem kleinen Kniefall gibt es den mitgebuchten Strom. An der Rezeption holen wir unsere Codekarte und machen uns auf die Suche nach unserer Kabine. Um 3.30 Uhr fallen wir in die Kojen, gute Nacht.

„Griechenland April 2017“ Tag 3 Schiffspassage Venedig- Igoumenitsa

Tag 3 Schiffspassage Venedig- Igoumenitsa
Irgendwann in der Morgendämmerung legt die Fähre ab, Griechenland wir kommen. Nach einer kurzen Augenpflege verlassen wir unsere Kabine und machen auf die Suche nach einem Frühstück durch die sich gleichenden, endlosen Gänge. Die Nase führt uns zu der Self Service Kantine, Restaurant wäre übertrieben. Unser bescheidenes Frühstück kostet trotz 30% Camper-Rabatt stolze 26€, puh. Na, ja dafür war ja die Passage mit Frühbucher-Rentner-ADAC-Rabatt ein Schnäppchen, irgendwo müssen die Grimaldis etwas verdienen, ist ja kein Wohlfahrtsverein.
Auf dem Rückweg überlege ich, ob ich Brotkrumen als Wegmarkierung ausstreue….. aber da war doch was!!?? Wir finden den Aufgang zum Sonnendeck, Liegestühle Fehlanzeige. So platzieren wir uns in die harten Korbstühle und schauen den Hundebesitzern zu, wie sie ihre Tiere zum pinkeln führen. „Pinkeln an Deck“, das wäre vielleicht ein neuer Werbeslogan für die Fähren. Uns persönlich stinkt’s.

Wir legen in Ancona an und schauen aus der Vogelperspektive zu, wie Lkws und Wohnmobile in Matchboxgröße die Fähre verlassen und Busse mit vielen pubertierenden Italiener-Kindlein einfahren. Das bringt Leben in die Überfahrt. Erst nach Stunden legen wir ab, was machen die Griechen so lange?
Laut Runtastic gleiten wir mit ca. 48 km/h durch das ruhige Meer, Seekrankheit? Keine Spur.

Wir genießen die Sonne und den gleichmäßigen Italienisch-Kinderstimmen-Teppich. Den Weg zur Kabine finden wir inzwischen im Schlaf….. ha, ha , das war gelogen, die Orientierungslosigkeit bleibt uns bis zum Verlassen des Schiffes erhalten. Das Abendessen in unserem „Restaurant“ ist ganz gut, der Preis ist auch ok. Wir liegen in unseren Kojen und hören dem Bum-Bum-Bum der Griechenfähre-Disco zu. Gegen 23 Uhr wird der Stecker gezogen, Schluß mit Bu… Auch die Kinderstimmchen verstummen in den Gängen, es ist Ruhe auf dem Schiff.

Tag 4 Igoumenitsa- Ioannina

Tag 4 Igoumenitsa- Ioannina
Die Lautsprecher krächzen, es ist Unruhe in den Gängen, wir nähern uns Igoumenitsa, raus aus den Kojen. Zum Frühstück nur ein Kaffee plus Muffin, man lernt ja dazu. Wir suchen und finden Luigi, nabeln ihn ab und rollen aus dem Schiffsbauch hinaus. Kalimera Griechenland. Einen Kaffee noch in Igoumenitsa, dann geht die Fahrt über die alte Thessaloniki-Hauptverkehrsader nach Ioannina.

Die Berge fangen sich ein paar Wolken ein

Der vergreisten Hauptstraße wurde schon lange ein Bypass verpasst, die E55/E90. Die Eiligen nehmen die Autobahn, verpassen die Schönheit, die absolute Ruhe der alten Straße. Sie windet sich gemächlich Richtung Ioannina. Selbst Schuld, wir genießen diese Strecke. Schon nach wenigen Stunden erreichen wir den Pamvotida-See, hier darf Luigi grasen Ähh ?? ich meine natürlich parken. Luigi fährt noch immer mit Diesel, aber das war vielleicht auch mal Gras!. Beim Campingplatz stellt der örtliche Ruderclub seine Boote unter. Ein Boot gleitet, den Regenschauer ignorierend, an uns vorbei, ein Gríechenachter auf Olympiamission? Aus dem angeblich mit Phytoplakton (Blaualgen) vergifteten See zieht ein Angler massenhaft riesige Karpfen an Land, kein Anglerlatein, seine Frau sitzt daneben, sie angelt auch, fängt aber nix. Der Tag ist noch jung, also auf die Räder und zur Abwechslung mal in die Tiefen Griechenlands. Nur ein paar Kilometer entfernt gibt es die , sie wurde erst in den 50ern des letzten Jahrhunderts (wie das klingt, so alt bin ich) erschlossen. Eine sehr nette Griechin bringt uns heil durch die 1100m lange Höhle. Bisher dachte ich, das mit den Tropfsteinhöhlen ist Franzosensache, aber diese hier macht auch was her. Der Tag wird bei Stefanos mit mittelprächtigem Essen abgeschlossen. Der Angler sitzt immer noch, ich fürchte um den Karpfenbestand des Sees.

Tag 5 Zagori, Vikos, Meteora

Tag 5  Zagori, Vikos, Meteora
Heute ganz schlechtes Wetter, wir werden die Zagori Dörfer und die tiefste Schlucht der Welt, die Viskos-Schlucht, besuchen.

Die Vikos Schlucht gehört wohl mit zu den beeindruckendsten Landschaften in Griechenland. Die unberührte Natur, die man hier noch erleben kann, und der noch geringe Ansturm von Touristen machen die Schlucht zu einem ganz besonderem Erlebnis. Schwindelfrei sollte man allerdings sein, denn Geländer oder Absperrungen gibt es nicht. Sollte man also mit Kindern unterwegs sein, gilt es, besonders vorsichtig zu sein. Sehenswert sind auch das Dorf Monodendri am Eingang der Schlucht und das Kloster Agios-Paraskevi, das  wir nach kurzem Fußmarsch von Monodendri aus erreichen.

Die Belohnung, ein atemberaubender Blick in die Schlucht.  Wir fahren weiter zum Oxyd Aussichtspunkt nordwestlich des Dorfes durch einen „steinernen Wald“, durch die Eruption aufgeworfene Steinplatten bilden ein natürliches Labyrinth. Am Aussichtspunkt fallen die Felsen senkrecht 800m in die Tiefe.


Von den OOH’ und AAH’s ganz heiser, bringt uns Luigi nach Kalambaka, besser bekannt als Meteora nicht Meteora Bühlertal, Ralf! Ums ein bisschen schneller zu machen, nehmen wir die Autobahn, kostet ein bisschen. An der Mautstelle muss der Kassier doch tatsächlich die Luigi Höhe nachmessen. Super, nur 2,70m kostet 2,60€.
Als wir Kalambaka erreichen, müssen unsere heiseren Kehlen noch einmal  OOH und AAH krächzen, es ist……. Ja hmmm der Hammer, unglaublich, muss man einmal im Leben sehen.
Zu Füßen der Felsen liegt unser Campingplatz Vrachos Kastraki. Der Besitzer Aris ist verwandt mit unserem Stammgriechen-Chef Atanas. Für unsere hungrigen Mägen gibt es Souflaki und Griechischen Salat. Morgen werden wir mit den Rädern die Klöster besuchen.

„Griechenland April 2017“ Tag 6+ 7 Meteora-Klöster

Tag 6 Meteora-Klöster

Augen auf, die Sonne scheint, 12 Grad also noch ein wenig Gänsehaut. Frühstück im Sonnenschein, ein Traumpanorama, was will man mehr? Frau schon, die Räder müssen bewegt werden! Also rauf auf den Sattel und die westlichen Klöster besuchen. Das wären:
Agios Nikólaos Anapavsás, Rousánou (Arsánou), Varlaám und Metamórphosis. Wenn uns das nicht dem Himmel näher bringt. Das tut es tatsächlich, die Straße steigt beharrlich bergan.

Meine Lunge pfeift, die Muskeln werden warm, die Gänsehaut ist Geschichte. Ich falle beim ersten Kloster, es ist das Agios Nikólaos Anapavsás, vom Rad.

Das Schinden ist noch nicht vorbei, viele Treppen bringen uns dem Kloster und dem Himmel näher. Der Aufstieg hat sich gelohnt, Frauen dürfen nur mit Röcken in die Klöster! Die schlauen Griechen sind darauf vorbereitet, daß die moderne Frau keinen langen Rock im Gepäck hat, darum haben sie eine Auswahl bereit gelegt. Ina sieht schick auss oder??

Jedes Kloster wird ihr ein anderes Modell bieten. Die Wände und Decken der kleinen Klosterkapellen mit Malereien überzogen, teilweise mit grausamen Hinrichtungsszenen. Wenn mal nicht gemetzelt wurde, hatten die Menschen selbst bei der „Erleuchtung“ nichts zu lachen. Der Mensch war schon immer tödlich, nur ist er heute dank moderner Technik effektiver. In der Kirche ist Fotografieren verboten, schade. Ups, da hatte ich wohl eine nervösen Finger.

Der Ausblick von der Terrasse ist grandios, vor uns das Tal, hinter uns türmen sich die gewaltigen Felsen ins Blaue. Ja, die nächsten Klöster liegen noch höher, da ist noch Beinarbeit gefordert.

 

 

Varlaám

Varlaám

 

Rousánou


Rousánou ist ein Nonnenkloster, die wenigen Nonnen, die hier noch leben, erhalten durch die Eintrittsgelder und den Verkauf von Souveniren die Klostergemeinschaft. Der Fels auf dem es erbaut wurde, liegt direkt an der Straße, ein kurzer Fußweg, wieder Treppen, neuer Rock, schon können wir das etwas kleiner geratene Kloster und die Aussicht genießen

. 

 

Es geht immer noch bergauf zum nächsten Kloster Varlaám.

Fußweg, Treppen, Rock, Aussicht. Gerüste kleben am Felsen, Arbeiter bremsen den Verfall. Die Gebäude sind werden perfekt hergerichtet.
Noch höher!
Metamórphosis ist das größte und wohl reichste der Meteora Klöster, sorgfältig renoviert thront es auf dem Fels. Zur Abwechslung geht es erst bergab, dann auf in den Fels gehauenen Treppen hinauf zum Eingang. Auch hier die üblichen 3€ Eintritt, Rock usw . Hier ist schon mehr los, Herden von Schulkindern werden die Felsen hochgetrieben, kurz vor Ostern wird ihnen der Glaube noch einmal nähergebracht. Die Smartphonegötzen haben hier keine Macht!


So, genug der Heiligkeit, flott geht es die Straße hinab, dem Campingplatz entgegen. Füße hoch, ein kleines Bier, entspannt die Felsen bewundern. Am Abend ist die nächste Taverne nicht weit, „Stefanos“ bietet uns Speis und Trank.

 

Tag 7 Meteora-Das Kloster Agía Triáda


Auch heute lacht die Sonne. Wir werden heute das Kloster Agía Triáda besuchen. Dieses Kloster wurde weltweit bekannt, da ein Teil des James-Bond-Filmes In tödlicher Mission darin gedreht wurde.
Mal was Neues, wir werden erst die Fahrräder trainieren, dann die Beine. Die Räder bringen uns an den Fuß des Kloster-Felsens. Die Bikes sind schnell geparkt und der 2 km Spaziergang führt uns durch eine blühende Hügellandschaft.

Nach einer knappen Stunde erreichen wir den Treppenaufgang zum Kloster. Alles prima gelaufen bis jetzt.

Das Übliche…… das Übliche geht nicht, wir haben den Geldbeutel vergessen!!! SCH……….!!!! Es zeigt sich da die Großzügigkeit der Griechen, wir dürfen für Umme rein, der Marsch war nicht umsonst! Ina bekommt ihren Rock und wir die Aussicht

 

Ein Erlebnis reicher traben wir zu unseren Bikes und geben uns den Nachmittag frei.

Tolle Autos haben die Hellenen.


Der Abend wie üblich, gekocht wird morgen, konnten ja nicht einkaufen, also Taverne. In Kalambaka finden wir eine Taverne mit dem treffenden Namen Meteora, nicht ganz so gut wie Meteora Bühlertal.
Tag 8 Camping Vrachos Kastraki
Ruhetag, nur mal rüber nach Kalambaka, einkaufen. In einer Ouzeria gibt es einen Kaffee für Ina und Ouzo mit Mese für mich, lecker. Dank der Einkäufe gibt es keine Ausreden, wir kochen heute selbst. Morgen fahren wir auf den Pilion!

 

 

 

 

Tag 8 Camping Vrachos Kastraki+Tag 9 (11.April) Fahrt Meteora- Pilion

Tag 8 Camping Vrachos Kastraki
Ruhetag, nur mal rüber nach Kalambaka, einkaufen. In einer Ouzeria gibt es einen Kaffee für Ina und Ouzo mit Mese für mich, lecker. Dank der Einkäufe gibt es keine Ausreden, wir kochen heute selbst. Morgen fahren wir auf den Pilion

Tag 9 (11.April) Fahrt Meteora- Pilion

Das Navi sagt wo’s lang geht. Ein Stück Autobahn gönnen wir uns. An der Mautstelle zahlen wir für Luigi LKW Maut 9,80€, auf der Fahrt nach Kalambaka wurde nach dem Vermessen das Auto noch als PKW eingestuft . Wir rollen durch die sonnige Landschaft und bald ist Volos erreicht. Eine quirlige Stadt, wir finden keinen Parkplatz und lassen sie unbesehen hinter uns. In Kala Nera machen wir Kaffeepause, vor dem Ort liegen zwei Campingplätze, die will ich nicht! Wir fahren über schmale Bergstraßen auf die Nordseite des Pilion. Da habe ich mit sicherer Hand und sauberer Recherche einen super Campingplatz ausgemacht. Die Straße windet sich hinunter nach Agios Joannis. Schön hier. Am Ortsausgang arbeiten die Griechen an der Verschönerung „unseres“ Campingplatzes. Einer der Arbeiter, wohl das Willkommenskommitee, kommt mit wild fuchtelten Armen auf uns zu, welche Freude! Leider kam die Freude zu früh, der Platz öffnet erst im Mai. Wir geben uns gelassen, es ist ja nur ein Katzensprung über schmale Straßen zurück zu den einzig geöffneten Campingplätzen in Kato Gazea.

Wir nehmen Camping Hellas, er liegt nur 1 Km vom Ort entfernt. Asche auf mein Haupt, der „Verschmähte“ ist eine wunderbar gelegene Anlage in einem Olivenhain mit altem Baumbestand. Wir gesellen uns abends zum „Rentnerclub“ und bestellen das einzige Menü Stifado. Positiv gesehen: Die Nordseite ist abgehakt und wir stehen hier genau richtig, links nach 1000m erreicht man Kala Nera, viele Tavernen mit Dorf und rechts liegt nach nur 500 m Kato Gazea. Man sieht, mit einer sauberen Recherche steht und fällt jeder Urlaub.

Tag 10 Pilion+ Tag 11 Gründonnerstag

Tag 10
Ausschlafen, bisschen Joggen, Füsse hoch. Abend laufen wir nach Kato Gazea und fallen in der ersten Taverne ein. Im gläubigen Griechenland gibt es kurz vor Ostern nur Fisch. Soll uns recht sein, Ina isst kleine Fischlein und ich Oktopus. Wir teilen uns einen Salat und Saganaki. Trotz meiner anfänglichen Skepsis, wir waren die einzigen Gäste, war alles lecker. 34 € mit dem Wein.

Tag 11 Gründonnerstag
Die Blase drückt, aufstehen. Frühstück zwischen Gänseblümchen, das Meer zu unseren Füßen, ein Traum, ich bin mal wieder dem Himmel nahe. Körper und Geist sind gestärkt, wir werden wandern, unser Ziel Milies, nach Griechischer Entfernungsmessung 5 km ab Kala Nera, also ca. 10 km hin und zurück. Das werden wir überprüfen!

Steinig zieht sich der Weg bergauf und nach gut zwei Stunden erreichen wir unser Ziel. Wir umrunden die Kirche und schon geht es über die holprigen Gassen zum Bahnhof, kein Schreibfehler, dieses Dorf hat einen kleinen Schmalspur-Bahnhof.

Das Züglein fährt an den Wochenenden Schienenliebhaber von Ano Lechonia nach Milies. Wir fahren nicht, sondern laufen an den Schienen entlang Richtung Luigi. Beim Mini-Bahnhof Ogla verlassen wir den Schienenstrang und marschieren über verschlungene Pfade hinunter zum Meer.

Nach 19 Km!! können wir endlich unseren Kühlschrank öffnen und mit einem Bier unseren Mineralhaushalt regulieren. Am Abend tragen uns unsere müden Beine noch einmal nach Kala Nera, die Taverne bietet das Übliche, die Oma schaut im Fernsehen den endlosen Gründonnerstag-Gottesdienst. Zum Abschied gibt es zwei rote Eier, das hat Tradition, sie werden am Ostersonntag gegeneinander geklopft und dann verspeist.