Monthly Archives: Januar 2017

Kambodscha Tag 3 Siem Reap

Tag 3

Siem Reap

Als ich am nächsten Morgen die Augen aufmache, fährt mir ein Krampf wie ein scharfes Messer ins Gedärm, ich komme gerade noch auf die Toilette. Ich wusste gar nicht, dass Montezuma ein Khmer ist. Ich beiße die Zähne zusammen, wir gehen frühstücken.
Heute werden wir  die einheimischen Lokal- Märkte durchsuchen und mit etwas Glück könnten wir  heute schon das Reiskorn finden.

kambo1-2188kambo1-2136kambo1-2162

Schlangen

kambo1-2184kambo1-2177

Von Krämpfen geplagt schleppe ich mich an den Marktständen vorbei. Was die Menschen hier alles verspeisen, mein Gedärm zieht sich auf Erbsengröße zusammen. Die Wasserschlangen zucken noch, aber  wir winken ab.
Was auffällt, es gibt wenig alte Menschen hier, die Roten Khmer haben gründliche Arbeit geleistet. Bis heute spart sich der Staat die Rente, alle arbeiten bis zum Tod. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei Frauen bei 62- und bei Männern bei 58 Jahren. Wäre das bei uns so, gäbe es keine Rentendebatte.

kambo1-2207

Nakri erzählt, daß sein Vater und zwei von seinen Schwestern durch Minen umkamen, wen wundert es da, dass das Durchnittsalter bei 22 Jahren liegt. Heute sind mit Hilfe von anderen Ländern die meisten der 4-6 Millionen Landminen entschärft. Nakris Familie hat übrigens als Entschädigung für den Tod des Vaters, der beim Militär war, 500 Dollar erhalten. Bei ihnen angekommen sind lediglich 75 Dollar!!!!  Keine Rente für den Soldaten, der für Volk und Vaterland gestorben ist, es reichte nicht einmal für die Beerdigung. Korruption steckt wie ein blutiger Stachel im Fleisch der Khmer und verhindert den wirtschaftlichen Aufschwung.
Die durch Minen getöteten Tiere wurden von dem hungernden Volk verarbeitet.
Zurück zum Markt. Wir finden eine Reishändlerin, die  uns wichtige Tips für unsere Katzenreis- Suche gibt.

„ Ja ich habe schon davon gehört, dass in Europa Reispackungen ankommen, deren Inhalt nicht den Angaben entspricht. Hier bei mir ist die Füllung immer korrekt! Die Ernte mit Katzen wird nur noch von wenigen Bauern betrieben.  Ich führe ihn schon lange nicht mehr. Sie können ja mal in der Tempelanlage von Angkor Wat suchen“


Enttäuscht verlassen wir den Markt.
Wir werden morgen einen einheimischen Suchtrupp  mit schwerem Gerät für Angkor anheuern, da müssen wir mit großer Nadel stricken.
Auf der Landtour besuchen wir eine Kooperative, die aus alten Zementsäcken Taschen macht. Die Näherinnen  können sich die Arbeitszeit frei wählen und werden am Erlös beteiligt.
Wir treffen unseren Guide Nuong und besprechen bei einem Bier  unseren weiteren Trip. Zum Sundowner zählen wir in der „Skylounge“  die vorbeiziehenden Flughunde.

Am Abend ist Touristenspektakel angesagt. In einem Theater gibt es erst „ Lokal Food“, na ja und anschließend „Traditional Dancing“, hübsch aber viel zu lange.

kambo1-2282kambo1-2286kambo1-2288

Mein Unterleib meldet sich zurück und will sich entlasten, kein Absacken an der Hotelbar, morgen ist Angkor Wat Tag! Im übrigen hat die Bar des Hotels schon geschlossen, also gehen wir ganz seriös ins Bett.
Es ist 2 Uhr und Ina springt aus dem Bett, es rumpelt gewaltig und der Khmerableger Montezumas hat auch sie in seinen Krallen. Die restliche Nacht teilen wir Bett und Toilette.

 

Kambodscha 2016 Tag 4 Angkor Wat

Tag 4

Angkor Wat

ankor-wat-2310
Ring, Ring, es ist 6.30 Uhr, unsere Gedärme schreien empört auf, gerade war mal Ruhe. Als Frühstück wählen wir eine (Instand)Suppe, ob sich das nicht rächt?
Unser Guide holt uns mit einem Minibus pünktlich um 7.00 Uhr ab.Wir kaufen die Eintrittskarten für 20 Dollar pro Person, diese sollen demnächst 35 Dollar kosten, “die Korrupten brauchen mehr Geld“, sagt der Guide. Ob dann noch die jährlichen 6 Millionen Besucher kommen, ist fraglich.
Zumindest sehen die Eintrittskarten mit unserem Konterfei nett aus.

ankor-wat-2746
Schon am Tor zum ersten Tempel will ich sterben, vertrage ich die Kultur oder die Suppe nicht?
Ich verlasse das Team und opfere die Suppe den Göttern. In den Außenbereichen stoße ich auf unsere  Hilfstruppen, sie haben damit begonnen, den Rasen zu mähen. Sie sind spezialisiert auf die Suche von Verschollenem. Mit dem Guide arbeiten wir die Tempel ab. Der Regen stört die Suchtrupps keinen Augenblick.
Wir befragen den Reisbeauftragten der Anlage und er bestätigt unsere Befürchtung, hier werden wir nicht ein Reiskorn finden!

„ In Angkor gibt es den Reisanbau schon seit dem 14.Jahrhundert  nicht mehr, sie haben sich leider das falsche Jahrhundert ausgesucht. Damals wurde der Reis dort  oben auf den Dächern der Türme getrocknet, danach über die Schächte, die man dort oben sieht, direkt in die Reissilos geleitet . Ich würde in Battambang suchen.“


Wir sind sehr enttäuscht , ziehen aber unser Programm durch und besuchen den „Tomb Raider“ Tempel Ta Prohm.

ankor-wat-2518

Er ist meiner Meinung nach mit seinen in die Mauern gewachsenen Bäumen der Spannendste. Die Gruppe der Leidenden bekommt ein neues Mitglied, Bärbel wird blass um die Nase, sie hat aber eine eigene Toilette. Das geplante Essen mit Nakri muss für Ina, Bärbel und Chrisi ausfallen, nur Rainer und Christoph, mit ihren eisernen Mägen, können der Einladung folgen.
Morgen setzen wir unsere Suche in Prek Toal fort  und ich hoffe, daß wir dort dem Reiskorn näher kommen.

 

Kambodscha 2016 Tag 5 Prek Toal

Tag 5

Prek Toal

Reisetag, heute fahren wir mit Mini Van und Schiff nach Prek Toal, ein schwimmendes Dorf auf dem Tonle Sap-See. Die Asphaltstraße wird bald zur Piste. Nach 45 Minuten erreichen wir die Anlegestelle der Boote, wir wuchten unser Gepäck an Deck und verlassen für zwei Tage das Festland. Es ist kaum zu glauben, dass diese riesige Wasserfläche in der Trockenheit verschwindet. Vor kurzem vernichtete ein Waldbrand die Baumbestände auf einer Fläche von 38 qkm.  Nach einer Bootsfahrt von 60 Minuten erreichen wir unser Homestay. Im schwimmenden Dorf Prek Toal leben in schwimmenden Häusern 250 Familien. Der ganze Personen- und Warenverkehr findet ausschließlich mit Schiffen statt. Der Wasserstand verändert sich von der Regenzeit zur Trockenzeit enorm und zwar im Verhältnis  4:1, die Häuser bewegen sich entsprechend mit.
Das haben wir noch nie gehabt, Übernachten in einem schwimmenden Haus. Vor der Haustür rattern Boote in allen Größen und Lautstärken vorbei, das ne Nacht.
Wir wechseln in ein kleineres Boot für unsere sicher sinnlose Suche nach unserem Reiskorn, welcher Fisch oder Vogel würde ein Katzenreiskorn verschmähen! Wir machen das Beste daraus und beobachten Vögel. Das Ergebnis ist wie bei anderen Beobachtungsfahrten auch, weit gefahren, wenig gesehen. Ein paar Kormorane, Pelikane und Störche erbarmen sich.
Nach der Rückfahrt und leckerem Khmer -Essen endlich kein Programm. Mein Magen verarbeitet die Mahlzeit in die richtige Richtung und ich kann mich schon mal auf meiner Schlafstätte einliegen. Zum Sonnenuntergang paddeln wir, nach Besichtigung der Krokodil-und Fischzucht, mit einem noch kleineren Boot, an den  schwimmenden Gärten vorbei zu einem der wenigen Häuser mit einem festen Fundament, komfortabler ist es mit einem Aussichtsturm ausgestattet. Die schwimmenden Gärten wachsen auf zusammengebundenen Bambusflößen, auf denen Erde geschüttet ist, die Wurzeln wachsen durch dien Bambusstäbe und erreichen so das Wasser. Das ist für die Gärtner prima, sie müssen nie gießen. Die Häuser schwimmen übrigens auch auf solchen Bambusflößen. Nach fünf Jahren müssen die Bambusflöße ausgetauscht werden.


Mit dem Sonnenuntergang wird es nichts, ist aber trotzdem eine schöne Aussicht. Zum Abendessen  wieder lecker Essen, mein Magen freut sich und die Toilette vereinsamt.

Noch ein Bier in Abendstimmung, danach legen wir unsere müden Häupter auf die Ruhekissen. Leider schützen die Moskitonetze nicht vor den lärmenden Booten. Doch am Ende siegt die Müdigkeit und es ist Ruhe an Bord. Morgen werden wir in Battambang unsere Suche fortsetzen, Battambang heißt übersetzt: verlorener Stab, das passt, wo man Stäbe verliert, sind vermisste  Reiskörner nicht weit!    ssss….ssssz….sssssssz………..

Kambodscha 2016 Tag 6 Flussfahrt Sangker

Tag 6

Flussfahrt Sangker

Wieder früh aufstehen, was ist das denn, unser gemeinsames Schlafzimmer wird zum Treffpunkt für die Einheimischen. Sie legen mit ihren Booten hier an, um sich mit einem Kaffee für den Tag fit zu machen. Das kann nicht schaden, wir machen mit. Unser  „Publik-Boot“ kommt 1 1/2 Stunden zu spät, denn es sind zu viele Wasserhyazinthen unterwegs. Als wir einsteigen, werden wir enttäuscht, praktisch keine Einheimischen mit den zugehörigen Hühnerkäfigen, sondern lauter Barangs (Langnasen, sprich Europäer). Wir quetschen uns etwas angesäuert auf die letzten Sitze. Zum Luftschlappen steigen wir dem Schiff aufs Dach. Nach Stunden verlassen wir den See und fahren den Sanker flussaufwärts. Die Uferböschung rückt immer näher an das Boot heran und die auf den Fluss ragenden Äste der Bäume lassen die „Dachbewohner“ tanzen. Auf Deckebene schlagen die Äste durch die Fenster und einige Fahrgäste kriegen einen aufs Ohr, ich auch.
Das Boot kommt an einer Engstelle zum Stillstand, Dampf steigt aus dem Motorraum. Super, nach der Verspätung nun eine Panne. Die Tagesplanung wird ein weiteres Mal umgestellt. Ein paar Franzosen springen als Markierungsbojen ins Wasser. Der Käpt’n stürmt nach hinten und steckt seinen Kopf in den Motorenraum. Haben wir Schiffbruch? Übernachten in der Wasserwüste des Sangker??…….. Nein die Khmer sind Reparaturwunder , ein bisschen schrauben am Motor und nach kurzer Zeit startet der Motor. Die Fahrgäste einmal nach hinten und vorn scheuchen  das Schiff ist wieder frei, wir nehmen Fahrt auf.
Nach Stunden verändert sich die Landschaft, die Bäume weichen zurück, Steilufer säumen den Fluss. Ein paar „Haltestellen“ später ist Endstation, wir erklimmen, von Tuk-Tuk Khmers umschwärmt, über eine schmale Eisentreppe das Ufer. Wieder festen Boden unter den Füßen beladen wir zwei  der Tuk-Tuk und entern kurze Zeit später das Hotel. Einmal Happy Hour mit  Khmer-Kicker, danach frisch gemachte Nudeln und Teigtaschen einmal gekocht, einmal gebraten, sehr lecker.


Wir gehen früh ins Bett, denn morgen haben wir volles Programm: Sticky Reis, Reispapier Herstellung, Weinprobe ,Rote Khmer Gedenkstätte und das Fledermaus-Wunder.

Kambodscha 2016 Tag 7 Battambang

Tag 7

Battambang

Battambang bedeutet „verlorener Stab“ beste Voraussetzung für unsere Suche!
Heute ist Löwenzahn, nein Peter Lustig, nein Chrisi Glücklich Tag.
Keine 100 m vom Hotel Seng Hout entfernt, liegt der Markt von Battambang. Wir quetschen uns zwischen die Einheimischen und nehmen unser Frühstück: Suppe mit Nudeln oder Reis. So gestärkt, geht’s ans Tagwerk. Mit einem Tuk-Tuk, das mit 7 Personen inkl. Fahrer sicher nicht ganz ausgelastet ist, fahren wir zu einer Reispapierfabrik. Bisher kamen die Blätter  für mich aus der  Packung, jetzt erfahren wir, wie sie hergestellt werden. Der  aufmerksame Leser wird sich fragen, könnte da mein Reiskorn verarbeitet worden sein? Falsch, Katzenreis kann wegen seines starken Geruchs nicht verwendet werden.
Das Reispapier wird für die Herstellung der auch bei uns beliebten វិលជុំនិទាឃរដូវ= vil choum niteakhordauv , Spring Roll oder auch Frühlingsrolle genannt, benötigt. Wie wird aus einem gewöhnlichen Reiskorn Papier??
Ganz einfach, man benötigt Reis, Wasser, ein Sieb, Reisspelzen zum Feuern, Wasser, ein Tuch  und ganz wichtig: ein Bambusrost.
Der Reis wird gemahlen und in Wasser eingeweicht. Am nächsten Tag wird die durch die Stärke aufgequollene Masse auf ein Tuch gelegt und das überflüssige Wasser damit abgeschieden. Kurz vor der Verarbeitung wird Wasser hinzugefügt, ein dünnflüssiger Brei entsteht. Dieser wird auf ein über einem Topf mit siedendem Wasser gespanntes Tuch gestrichen und kurz abgedeckt. Nun muss das Reisblatt nur noch auf einem Rost aus Bambus, der dem Papier das typische Muster gibt, getrocknet werden. Am Abend werden wir die Reisblätter in ihrer finalen Form verspeisen.

Wir hetzen zum nächsten Event: Sticky Reis. Nicht zu verwechseln mit Sticky Fingers (Rolling Stones).
Sticky Reis, das ist noch einfacher zu erklären: Man benötigt einen 30 cm langen angekokelten Bambusstab mit einem Durchmesser von 3 cm, eine Handvoll Klebreis, eine kleinere Handvoll schwarzer Bohnen, bisschen Zucker und Wasser. Die äußeren Schichten des getrockneten Bambusrohrs werden abgeschält, danach wird eine Seite geöffnet. Nach dem Einfüllen der Zutaten wird das Rohr für zwei Stunden über einem Feuer erhitzt und fertig ist der Sticky Reis und ……… schmeckt süß!
Ein paar Meter weiter finden wir eine „Rote Khmer Gedenkstätte“ Ungeheuer gab es nicht nur in Deutschland, wir beschließen, in Phnom Penh das offizielle Völkermord Gedenkzentrum  Choeung Ek( „Killing Fields“) zu besuchen.