Author Archives: xtrachrisi

23.05.2026   TANZ MIT DEN VAMPIREN/ Sighisoara/Eine Schönheit 

Sighisoara sollte einer der schönsten Orte auf unserer bisherigen Reise in Rumänien werden. Der Campingplatz Aquaris ist eigentlich ein Stellplatz am Schwimmbad. Ich zitiere mal die Standard Bewertungen anderer Besucher:“ Die Sanitäreinrichtungen sind sehr sauber und auf dem neuesten Stand“. Wir finden, für einen Stellplatz sind die Kosten von 36 € ganz schön happig.

Das Städtchen gefällt uns viel besser als Sibiu, trotz der vielen Besucher strahlt es eine Gemütlichkeit aus die uns sehr gefällt. Am Abend trinken wir noch ein Gläschen Wein mit unseren Stellplatznachbarn vom Bodensee.

Morgen geht’s zum Vampirschloss Törzburg. 

25.05.2026 Zarnestischlucht statt Törzburg

Am nächsten Morgen wachen wir bissfrei auf, es wird klar, es gibt hier keine Vampire. Bram Stokes Vorbild für Graf Dracula war Vlad Tepes III., besser bekannt als Vlad, der Pfähler ,der um 1431 in Schäßburg lebte, war ein grausamer Herrscher, wird aber bis heute verehrt, da er den Osmanen eine erbitterte Gegenwehr bot. Das Pfählen war seine beliebteste Art der Hinrichtung.

 Wir schenken uns den Rummel um die Burg und gehen lieber wandern. Die Zarnestischlucht liegt nur wenige Kilometer entfernt. Die Ausfahrt mit dem Roller lohnt sich, eine wunderschöne Landschaft empfängt uns. Nach den letzten Kilometern Fahrt auf einer Schotterpiste erreichen wir den Ausgangspunkt der Tour. Der Weg windet sich durch eine enge Schlucht hoch in die Karpaten. Nach ein paar Kilometern schließt sich uns eine Hündin an, völlig unaufgeregt, ohne Bellen und Betteln begleitet sie uns.

Wie immer völlig plan- und ziellos machen wir nach ein paar Kilometern kehrt. Unsere Begleitung verschwindet grußlos.

26.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/Von befreiten Bären und schlafen im Pfarrgarten

Bevor wir Brasov ansteuern, werden wir noch ein paar befreite Bären besuchen. Über eine Schlaglochpiste erreichen wir die Auffangstation bei Zarnesti. Ein Guide führt unsere Gruppe durch das Arsenal. Weit über 100 Braunbären haben hier ihre Freiheit gefunden. Viele von ihnen lebten unter grauenhaften Bedingungen in Gefangenschaft, ein Auswildern ist bei diesen Tieren nicht mehr möglich, sie würden in der Wildnis verhungern. Auch die Bärenkinder erschossener Mütter finden hier eine Heimat. 

Auf dem Weg nach Brasov machen wir einen Abstecher nach Rasnov, die Stadtherren haben Hollywood-like den Stadtnamen an den Hausberg gezimmert. Er verspricht viel, hält nichts. Die Burg wird renoviert, der Dinopark interessiert uns nicht, also fahren wir weiter. 

Wir erreichen Brasov, im vorgelagerten  Städtchen Hărman steht die gut erhaltene Evangelische Kirchenburg Honigberg. Im Pfarrgarten bieten sie für müde Reisende ein paar Stellplätze an.

Wir werden vom Verwalter in besten Hochdeutsch eingewiesen, der Besuch der Kirche  ist auch für Ungläubige inklusive. 

Die Andacht Besucherinnen saßen auf den Bänken ohne Lehne! Damit ihre Trachten keine Falten bekamen. Die Kinder auf den hinteren Bänken hatten Langeweile und verbrachten die Andacht mit Schnitzereien.

27.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/ Brasov/ Bärenwarnung

Wir lassen Luigi und Roller in der Kirchengemeinde zurück und fahren mit einem schon erwähnten Taxiunternehmen in die Stadt. Auch hier prangt der Stadtnamen hoch oben auf dem Hausberg. Eine Seilbahn bringt uns auf den Berg und dem Schriftzug näher.

Die Aussichtsplattform ist geschlossen, dafür gibt es eine Warnung vor Bären, toll. Der lehrreiche Besuch der Bärenpension hat unter anderem eine Bärenabwehrlektion enthalten: einfach die Arme hochstrecken und schon hat der sehbehinderte Koloss Respekt vor dir und verzieht sich. Das würde ich gerne ausprobieren, aber kein Bär zeigt sich. Also lasse ich die Arme sinken und wir fahren hinab in die Stadt.

Die Altstadt präsentiert sich touristisch aufgeräumt. Wir finden Europas engste Gasse!? Inas Spannweite reicht aus.  

1544 wurde eine  Mädchenschule erstmals erwähnt. Das “Johannes Honterus” National College ist eine der ältesten Bildungseinrichtungen in Rumänien. Wir sind beeindruckt. Zu Mittag gibt es Bohnensuppe aus einem Brot, lecker. Müde geht’s heim in den Kirchengarten.

28.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/ Kleine Panne und Schlammvulkane 

Wir steuern die Schlammvulkane von Berca an. Die Route führt uns durch wunderschöne Täler zum Campingplatz Camping Muddy


Von den guten Straßen verwöhnt, biegen wir für die letzten Kilometer auf eine Schlaglochübersäte Piste ab, muss das sein? Ein hektisch  lichthupender Pkw bremst unsere Ankunft aus, will der jetzt noch überholen? Nein, er deutet auf Luigis Hintern, da liegt etwas im Argen. Mir schwant Übles und tatsächlich, das Vorderrad von Inas Bike hängt traurig in Richtung Straße. Meine  aufwändig konstruierte Radaufhängung  konnte den Anforderungen von Rumäniens Straßen nicht standhalten. Wir binden das Fahrrad notdürftig fest und rollen langsam auf’s Camp. Ich finde einen freundlichen rumänischen Helfer, der hat eine Lösung.

Vom Problem befreit brechen wir auf zu den Vulkanen. Wir bezahlen den fälligen Eintrittspreis von 40 RON betreten eine Mondlandschaft mit leise blubbernden Schlammhügeln. Die Drohne schenkt uns einen Blick von oben. 

Im Campingplatz Restaurant bietet uns die Wirtin einen Schlehenschnaps an, wir fürchten um unser Augenlicht. Wir erfahren, dass ihr Mann Blindenstöcke schnitzt, so ein Zufall ( Scherz). Ein Pärchen aus Radolfzell bekommt auch die Schlehendroge, es wird ein netter Abend.

29.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/Schlammvulkane II

Empörung schwappt über den Platz, die Nachbarn aus Österreich mussten die Nacht ohne Strom verbringen, sie fordern den lächerlichen Strom-Salär von 30 RON zurück. Die Schuld schob man uns zu, wir hätten unsere Kabeltrommel nicht abgewickelt und bums, der Platz war ohne Strom! Ich bin empört und weise die Schuld von mir, mit Recht, eine kleine Feldmaus hauchte Ihr Leben beim Anknabbern der Hauptsicherung aus. 

Wir wandern zu dem größeren Vulkanfeld und stellen fest, wir sind nicht alleine, Buskolonnen karren wissbegierige Schulklassen an, sie fluten die Mondlandschaft. Die Drohne bleibt im Stall. Wir bleiben nicht lange, die „kleinen“ Vulkane haben uns besser gefallen.

30.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/ Donaudelta

Unsere Fahrt wird schon wieder unterbrochen, diesmal nach den ersten Kilometern, dieses Fahrrad entwickelt einen ausgeprägten Freiheitsdrang, es ist schon wieder aus der Schiene gesprungen. Aufmerksame Rumänen stoppen uns. Mit roten Ohren binde ich den verhinderten Ausreißer fest.

Müde erreichen wir nach langer Fahrt das Donaudelta . Das Campingplatzangebot ist eher bescheiden, wir kampieren auf dem kleinen Platz La Copac  . Die freundlichen  Gastgeber bieten uns für den nächsten Tag eine Bootstour durchs Delta und ein Abendessen an, was will man mehr.  Das Örtchen Mahmudia ist bar jeden Charmes und mit Mühe finden wir ein „Restaurant“ , die Pizza war nicht schlecht, in der Not…. 

31.05. TANZ MIT DEN VAMPIREN/Donaudelta/ Bootsfahrt

Pünktlich um 9.00 Uhr werden wir mit vier weiteren Teilnehmern zur Donau gebracht, über einen schmalen Steg entern wir das Boot. Unser Bootsführer gibt mächtig Gas, bei mäßigenTemperaturen zittern wir uns dem Delta entgegen. Ich bin erst einmal enttäuscht, das Delta zeigt sich nicht so, wie von mir erwartet. Der Film „DER GESANG DER FLUSSKREBSE“ hat mir ein anderes Bild in den Kopf gesetzt, ich habe idyllische Wasserarme mit träge paddelnden Vögeln erwartet. Weit gefehlt, die Rumänen zeigen auch hier den manischen Zwang, alle anderen zu überholen. Wild brettern sie durch die Wassergassen, die Bugwellen schwappen hoch an die Böschungen und die Vögel tauchen ab.

 In den schmäleren Rinnen lässt der Zug am Gas nach und wir gleiten in ruhigere Gefilde. Die Vögel zeigen sich nun entspannter und wir sehen Pelikan-und Kormorankolonien. Vereinzelt blitzen blaue Gefieder auf, Eisvögel tauchen in die Donauwellen. Jetzt bin ich doch beeindruckt, die 45€ haben sich gelohnt.

Unsere Gastgeberin erspart uns die Restaurantsuche und bekocht die Deltabesucher. Es gibt frittierten Karpfen mit Kartoffeln, Salat und Wodka.  Wir verbringen den Abend wieder mit netten Menschen.

01.06. TANZ MIT DEN VAMPIREN/Moldauklöster, das Scheitern

Die  Fahrt beginnt, das Ziel die Donauklöster. Der Regen startet mit, er begleitet uns, darauf könnten wir verzichten. Wir verweigern den ersten Campingplatz Camping La Gradina ,nicht akzeptabel. Mit Umwegen finden wir eine Alternative, Caravans Camping Costişa. Den Besitzer haben wir gerade noch angetroffen, er lässt uns ein und fährt nachhause. Wir teilen die Einsamkeit mit einem weiteren versprengten Paar aus Karlsruhe. Der Mann ist ein „Lautsprecher“, wir meiden sie. Keine Versorgung im Dorf, wir plündern die Notfallreserve. Der Regen will bleiben, wir nicht! Wir schenken uns die Klöster und werden die Sonne im Süden suchen.Weiter auf Older